Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Unternehmen nehmen den demografischen Wandel nicht ernst genug

90 Prozent der deutschen Unternehmen erwarten starke Auswirkungen des demografischen Wandels erst in sieben bis zehn Jahren. Nur 69 Prozent haben heute schon im Blick, wie sich die alternde Gesellschaft auf ihre Zielgruppen und deren Bedürfnisse auswirkt. Dabei trifft der demografische Wandel die Wirtschaft in Deutschland bereits heute spürbar. Vor allem der Mangel an qualifizierten Fachkräften spitzt sich immer weiter zu. 80 Prozent der Betriebe sehen deshalb zunächst nur Handlungsbedarf im Bereich Personal. Das verbleibende Fünftel der Arbeitgeber hat nach eigenen Angaben bisher jedoch noch keinerlei Maßnahmen ergriffen, um sich auf die Alterung unserer Gesellschaft einzustellen.

Nur gut ein Viertel berücksichtigt bei Personalkonzepten die Einstellung Älterer

Ansatzpunkte für eine Lösung der Personalsorgen sehen 75 Prozent der Unternehmen in flexiblen Arbeitszeiten sowie in Beschäftigungsmodellen, die den Bedürfnissen von Familien entgegenkommen. Dagegen ziehen nur 28 Prozent der befragten Unternehmen in Betracht, gezielt Mitarbeiter einzustellen, die älter als 50 Jahre sind. Große Unternehmen haben bei der Entwicklung innovativer Arbeitszeitmodelle zwar die Nase vorn, doch selbst bei ihnen fehlen klare Konzepte. Kleine bis mittlere Unternehmen haben in diesem Punkt allerdings deutlichen Nachholbedarf. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Demografie-Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Dafür wurden im Herbst 2014 mehr als 200 Manager von deutschen Unternehmen jeder Größe und aus verschiedenen Branchen befragt.

Jüngere Kunden verlangen andere Geschäftsmodelle

Die Unternehmen hierzulande wissen zwar, dass der demografische Wandel nicht spurlos an ihnen vorübergehen wird, doch konzentrieren sie sich bislang auf Personalfragen und unterschätzen die Auswirkungen auf ihr Geschäftsmodell. Mit der demografischen Entwicklung wird sich jedoch auch die Nachfrage nach Dienstleistungen und Produkten verändern, so PwC. Die Altersspanne der sogenannten werberelevanten Zielgruppe hat sich bereits nach hinten verschoben: Lange standen die 14- bis 49-Jährigen im Fokus, heute gelten die 20- bis 59-Jährigen als maßgebend.

“Alle Geschäftsmodelle gehören auf den Prüfstand”, mahnt deshalb Michael Burkhart, Partner bei PwC. “Der Bevölkerungsrückgang wird nicht nur die Hersteller von Babynahrung betreffen, sondern beispielsweise auch Energieversorger, den Einzelhandel oder Automobilhersteller. Der Kreis potentieller Kunden wird kleiner und die Kunden immer älter.”

Weitere Infos und die Möglichkeit, die Studie als kostenlose PDF-Datei zu bestellen, gibt es hier.