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Option für Homeoffice in der Krise deutlich ausgeweitet

Inzwischen können fast vier von zehn Beschäftigten hierzulande in Unternehmen mit Homeoffice-Option diese Möglichkeit auch nutzen. Vor Corona war das erst bei etwas mehr als einem Viertel der Arbeitnehmer der Fall. Es gibt aber noch Potenzial nach oben, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Mittelalter Mann arbeitet im Homeoffice
Seit Corona ermöglichen mehr Unternehmen ihren Mitarbeitern die Arbeit von zuhause aus.
Foto: © Gorodenkoff-stock.adobe.com

Mitte Oktober des vergangenen Jahres führte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) eine Betriebsbefragung durch. An der Studie “Betriebe in der Covid-19-Krise” nahmen mehr als 1500 Unternehmen teil. Laut Befragung können in Betrieben, in denen zumindest für einen Teil der Belegschaft Homeoffice prinzipiell möglich ist, 38 Prozent der Mitarbeiter dies auch nutzen. Vor der Krise hatten erst 27 Prozent der Beschäftigten diese Option. 13 Prozent der Arbeitnehmer können derzeit nicht von zuhause aus arbeiten, obwohl ihre Tätigkeit dies zulassen würde. Vor Corona waren es allerdings noch 23 Prozent. Rund jeder zweite Mitarbeiter hat nicht die Möglichkeit zu Remote Work, weil die Tätigkeit dies nicht zulässt.

In Großunternehmen haben mehr Mitarbeiter die Möglichkeit für Telearbeit

Insgesamt geben 42 Prozent der befragten Arbeitgeber an, dass sie zumindest einem Teil ihrer Belegschaft die Möglichkeit bieten, im Homeoffice zu arbeiten. Allerdings gibt es hier deutliche Unterschiede je nach Unternehmensgröße: In Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitern ermöglichen mehr als 90 Prozent zumindest einem Teil der Beschäftigten Telearbeit. Dagegen haben in Kleinstbetrieben mit bis zu neun Beschäftigten lediglich 36 Prozent diese Option.

Zwei Drittel der Betriebe mit Homeoffice ordnen es an oder empfehlen es dringend

Von den Unternehmen, die während der Krise Homeoffice möglich machten, ordnete dies ein Drittel sogar an, während ein weiteres Drittel eine ausdrückliche Empfehlung zur Heimarbeit aussprach. Die Betriebe, die kein Remote Work einsetzten, gaben fast alle an, dass sich die Tätigkeiten nicht dafür eignen. Außerdem fehlte jedem dritten dieser Unternehmen die technische Ausstattung und für 20 Prozent stellte der Datenschutz eine Hürde dar.

Wenn solche Hemmnisse noch stärker abgebaut werden können, so besteht in der aktuellen Situation mit hohem Infektionsgeschehen und verstärkten Beschränkungen noch ein deutlicher Spielraum für mehr Homeoffice,

kommentieren die IAB-Forscher die Situation.

Mehr Investionen in Hard- und Software sowie in Weiterbildung

Die Umstellung auf Homeoffice bringt für etliche Arbeitgeber zusätzliche Investitionen und Personalkosten mit sich. So schaften 58 Prozent der Betriebe, die den Einsatz von Homeoffice im letzten Jahr forciert hatten, neue Hardware wie Laptops oder Headsets an. 45 Prozent investierten in neue Software, beispielsweise Tools für Videokonferenzen. 47 Prozent bauten den IT-Support für ihre Mitarbeiter auf und weitere 21 Prozent führten zusätzliche Schulungen durch.

Die Studie ist > hier online abrufbar.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.