Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

USA: Überwachungs-App gelöscht, Kündigung erhalten

Die Frau aus Kalifornien klagt nun auf Schadenersatz in Höhe von 500.000 US-Dollar für Verdienstausfälle und die Verletzung ihrer Privatsphäre. Das berichten US-Medien. Die Frau ist überzeugt, dass ihr gekündigt wurde, weil sie die GPS-basierte Tracking-App gegen den Willen ihres Arbeitgebers deinstalliert hat. Ihr Vorgesetzter habe sie nach dem Löschen des Programms gerügt. Wenige Wochen später erhielt sie die Kündigung.

Jeder Schritt ist überwachbar

Die App “Xora StreetSmart” soll dem ehemaligen Arbeitgeber der Entlassenen, dem Finanzdienstleister Intermex, dabei helfen, die Arbeit der Außendienstmitarbeiter verbessern. Per GPS lässt sich der Standort der Mitarbeiter ermitteln und auf einer Karte anzeigen. Auf diese Weise sind unter anderem die gewählten Fahrtstrecken und die Aufenthaltsdauer bei Kundenbesuchen feststellbar. Die App wurde jedoch nicht entwickelt, um die Mitarbeiter rund um die Uhr zu überwachen. Doch genau das hat Intermex anscheinend getan.

Laut der Klageschrift der ehemaligen Mitarbeiterin hat ihr Vorgesetzter zugegeben, dass die Überwachung auch nach Dienstschluss stattfinde. Er habe sogar damit geprahlt, durch die App zu wissen, wie schnell seine Mitarbeiter Auto fuhren. Als die Frau ihren Chef darauf hinwies, dass das Tracking in der Freizeit der Mitarbeiter nicht rechtens sei, hatte er eine einfache Erklärung bereit: Sie müsse rund um die Uhr über ihr Firmentelefon erreichbar sein. Außerdem sei die permanente Überwachung für sie hinnehmbar, da sie mehr Gehalt bekomme als bei der Konkurrenz.

Kontrolle per GPS auch in Deutschland

Auch hierzulande gab es schon Fälle, in denen Mitarbeiter durch eine GPS-Funktion überwacht wurden. So hat etwa ein Transport-Unternehmen aus Lünen Abmahnungen an seine Fahrer ausgesprochen, nachdem es mithilfe der GPS-Daten der Bordcomputer ermittelte, dass die Mitarbeiter vermeintlich Pausenzeiten unterschlagen hätten. Dieser Praxis schob ein Gericht im Jahr 2013 einen Riegel vor. (Mehr dazu hier.)

Einen englischsprachigen Bericht zu dem amerikanischen Fall gibt es unter:
www.arstechnica.com