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Verbesserungspotenzial bei der Bürogestaltung

Informelle
Informelle “gemütliche” Orte für spontane Kommunikation findet man in Büros selten.
Foto: © DragonImages/Fotolia.de

Genau 50 Prozent der Berufstätigen hierzulande haben ihren Arbeitsplatz im Büro. Weitere zwei Prozent sind ausschließlich vom Home Office aus tätig. Die Mehrheit (58 Prozent) der in der Firma tätigen Mitarbeiter arbeitet in einem Einzel- oder Zweierbüro. Diese Raumform ist bei den Angestellten auch am beliebtesten: 73 Prozent bevorzugen sie. 20 Prozent arbeiten am liebsten in Büros mit drei bis acht Personen und nur eine Minderheit findet Großraumbüros am besten. 97 Prozent der Büromitarbeiter haben einen fest zugeschriebenen Schreibtisch. Im Rahmen der Diskussion um zunehmend flexibleres Arbeiten würde sich ein Viertel (21 Prozent) der Arbeitnehmer dazu bereit erklären, künftig auf einen eigenen Schreibtisch zu verzichten. Männer können sich dies eher vorstellen als Frauen und jüngere Mitarbeiter sind eher dazu bereit als ihre älteren Kollegen.

Optimierungsfähig: Optik, Einrichtung und Gesundheitsaspekte

56 Prozent der Berufstätigen im Bürobereich sind voll und ganz mit ihren Arbeitsplätzen zufrieden, 35 Prozent sind weitgehend zufrieden. Aber es gibt aus Sicht der Mitarbeiter durchaus Verbesserungspotenzial. 64 Prozent meinen, dass die optische Gestaltung ihrer Büros zu wünschen übrig lässt. 57 Prozent finden, dass ihre Arbeitsplätze in Sachen Gesundheitsförderung verbesserungsfähig sind. Dass die Einrichtung nicht zum Stil des Unternehmens passt, sehen 54 Prozent so. Außerdem sieht jeder zweite Büromitarbeiter Potenzial zur Verbesserung der Kommunikation und des Austausches mit den Kollegen. Das sind Ergebnisse einer Studie des bso Verband-, Büro-, Sitz- und Objektmöbel e. V. zur Qualität der Büroarbeitsplätze in Deutschland. Grundlage sind vier repräsentative Umfragen des Marktforschungsinstituts Forsa unter jeweils rund tausend Beschäftigten im Bürobereich.

Konferenzräume nicht flexibel genug

Ein Teil der Studie widmete sich speziell Kommunikationszonen und Besprechungsräumen für Büromitarbeiter. Danach haben 97 Prozent aller Beschäftigten im Bürobereich Zugang zu Konferenzräumen und damit gute Voraussetzungen für die Durchführung von Besprechungen. Schwieriger wird es, wenn diese Räume für Schulungen, Workshops oder Teamarbeit benötigt werden. Nur knapp die Hälfte der Mitarbeiter kann dann Tische und Stühle je nach Bedarf in unterschiedlichen Anordnungen aufstellen.

Wenig Raum für spontane Kommunikation

Für den spontanen Austausch oder die kurze Abstimmung mit Kollegen haben die meisten Arbeitnehmer im Bürobereich die Wahl zwischen zwei alternativen Kommunikationsbereichen. Zumeist sind dies Teeküchen oder Kaffeebars mit Sitzgelegenheiten oder Stehtischen sowie Besprechungstische in der Nähe ihrer Arbeitsplätze. Allerdings sind die Kapazitäten in vielen Unternehmen knapp bemessen. Etwa 20 Prozent aller Befragten beklagen, dass ihnen nicht genügend Plätze für spontane Besprechungen zur Verfügung stehen. Absolute Mangelware sind zudem Räumlichkeiten, die ausgestattet mit Sofas oder Sitzecken eine weniger bürotypische Atmosphäre vermitteln.

Vielerorts bleiben die Arbeitsbedingungen noch deutlich hinter den Anforderungen moderner Büroarbeit zurück,

fasst Hendrik Hund, Vorsitzender des bso, die Ergebnisse zusammen. Allerdings räumt er ein, dass die Antworten vor zwei oder drei Jahren noch deutlich schlechter ausgefallen wären.

Die Studie untersuchte außerdem weitere Aspekte des Büroarbeitsplatzes und die Bedingungen im Homeoffice. Alle Studienergebnisse stehen zum > Download bereit.