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Brexit bereitet Personalern Kopfzerbrechen

EU-Symbol, ein Stern fehlt
Ein EU-Mitglied wird demnächst fehlen. Von den Folgen des Brexits sind auch Personalabteilungen betroffen.
Foto (CCO): pexels.com

Fast sieben von zehn Experten (69 Prozent) im Bereich Personal- und Lohnbuchhaltung geben an, dass ihre britischen oder europäischen Einstellungspläne vom Brexit betroffen sein werden. 63 Prozent erwarten, dass die Vorbereitung auf den Brexit mit Schwierigkeiten verbunden sein wird. Davon rechnen 18 Prozent sogar mit sehr großen Problemen. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag von SD Worx. Dafür wurden im November und Dezember letzten Jahres 1000 HR-, Payroll- und Rechtsexperten mit Entscheidungsbefugnis aus Unternehmen in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Luxemburg und den Niederlanden befragt. Rund jeder vierte Befragte in Europa (26 Prozent) kann allerdings nicht einmal angeben, wie viele Mitarbeiter sein Unternehmen in Großbritannien beschäftigt. Von den Studienteilnehmern in Großbritannien wissen 28 Prozent nicht, wie viele Mitarbeiter ihres Unternehmens in der EU angestellt sind.

Unsicherheit und fehlende Kompetenzen machen Unternehmen Sorgen

Jeder dritte Befragte (32 Prozent) ist nicht nicht sicher, ob er über die Fähigkeiten in der Personal- und Gehaltsabrechnung verfügt, um sich an die bevorstehenden Veränderungen anzupassen, die der Brexit mit sich bringen wird. Um dieses Defizit zu beheben, wollen beinahe zwei Drittel der Unternehmen (64 Prozent) Personal einstellen oder Mitarbeiter intern schulen. Außerdem sagen 60 Prozent der Studienteilnehmer, dass ihre Unternehmen in Steuer- und Rechtsfragen nicht über das Wissen verfügen, das für die geschäftlichen Veränderungen infolge des Austritts erforderlich ist. 36 Prozent haben noch keinen Lösungsansatz, um diese Lücken zu schließen. 35 Prozent der Befragten sind sich nicht sicher, wie die Mitarbeiterverträge nach dem Austritt Großbritanniens geändert werden müssen. 32 Prozent werden vorsorglich mehr Personal in der EU einstellen. 60 Prozent der Arbeitgeber planen, externe Beratung in Anspruch zu nehmen.

Größte Herausforderung: neue Gesetzeslage und Umzüge

Als größte Herausforderungen nennen 44 Prozent der Studienteilnehmer das Verständnis für sich ändernde Gesetze. 35 Prozent geben den Umzug von Mitarbeitern und/oder der Unternehmenszentrale an. Für 29 Prozent stellt die Suche nach firmeninternem Know-how zur Bewältigung der Veränderungen durch den Brexit eine große Herausforderung dar. Darüber hinaus sind 39 Prozent der Befragten der Meinung, dass der Brexit ihren HR- und Payroll-Bereich negativ beeinflussen wird.

Von der Verlegung von Büros und Mitarbeitern bis hin zum Outsourcing von Dienstleistungen müssen sich Unternehmen verändern und an die neuen Gesetze und Gesetzgebungen anpassen, die in den kommenden Monaten verabschiedet werden,

sagt Dr. Mark Eger, Vorsitzender der Geschäftsleitung der SD Worx Deutschland. Viele könnten die Auswirkungen nicht einschätzen, die der Brexit auf ihren HR- und Payroll-Bereich und auf das Unternehmen als Ganzes haben wird.

Die vollständigen Umfrageergebnisse können > hier zum Download angefordert werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.