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Viele Schülerinnen trotz Interesse zögerlich bei MINT-Ausbildungen

Das Interesse ist da, doch die jungen Frauen und Mädchen haben Bedenken: Viele befragte Schülerinnen (70 Prozent) interessieren sich für MINT-Themen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), doch 45 Prozent finden den Bereich zu schwierig. Ein ähnlicher Anteil (43 Prozent) fühlt sich mit solchen Themen überfordert. Das ergibt eine Erhebung der Internationalen Hochschule Erfurt, bei der Antworten von mehr als 700 Schülerinnen erfragt wurden.

Dass die Befragten teilweise Probleme mit MINT-Themen haben, zeigt ein anderer Zahlenwert aus der Befragung: Im Bereich Technik fühlen sich lediglich 14 Prozent der Studienteilnehmerinnen gut auf eine Ausbildung oder ein Studium vorbereitet. Bei Informatik sind es 16 Prozent. Der Anteil derer, die sich gut gerüstet fühlen, ist lediglich im Fach Biologie deutlich höher: 41 Prozent. Das ist ein Sprung von 16 Prozentpunkten zum Zweitplatzierten, die Mathematik.

Doch die schlechte Vorbereitung ist nicht der einzige Grund, warum Schülerinnen sich von solchen Studiengängen oder Ausbildungen abhalten lassen. Fast ein Viertel (24 Prozent) befürchtet, dass der Bildungsweg zum MINT-Beruf zu teuer ist, da sie aufgrund der hohen Belastung in Ausbildung oder Studium keinem Nebenjob nachgehen könnten.

Mehr als ein Drittel kennt niemanden aus MINT-Berufen

Auch das Umfeld der Studienteilnehmerinnen kann eine Schwierigkeit sein, die sie von MINT-Berufen absehen lässt. Mehr als ein Drittel (34 Prozent) kennt niemanden, der beruflich mit MINT-Themen zu tun hat. Dabei bewerten 62 Prozent der Befragten Gespräche mit Personen aus dem persönlichen Netzwerk als nützliches oder äußerst nützliches Orientierungsangebot. Dass es mehr Vorbilder aus dem MINT-Bereich braucht, findet auch Dr. Alexandra Wuttig, Kanzlerin der Internationale Hochschule. „Denn Vorbilder im direkten Lebensumfeld, wie Lehrer [und Lehrerinnen], Familienmitglieder, aber auch aus der Wirtschaft, haben großen Einfluss auf die spätere Studienwahl“, erklärt sie.

Noch mehr Schülerinnen (65 Prozent) empfinden allerdings Praktika und Schüler- sowie Ferienjobs als nützlich oder äußerst nützlich. Praktische Erfahrung im potenziell späteren Beruf scheint also wichtig zu sein. Die frühe Erfahrung an der Universität ist es eher nicht: Lediglich 20 Prozent sehen das Frühstudium als hilfreich an. Bei einem solchen Frühstudium nehmen besonders begabte Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufen 10 bis 13 parallel zur Schule am Lehrbetrieb einer Hochschule teil.

Um mehr Schülerinnen für MINT-Ausbildungen und Studiengänge zu begeistern, müsse man dennoch früh anfangen. „Etwa durch gendersensiblen Unterricht“, kommentiert Wuttig.

Info

Stefanie Jansen ist Volontärin in der Redaktion der Personalwirtschaft. Dort betreut sie unter anderem die Newsletter und schreibt Artikel zu verschiedenen Themen.