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Vier von zehn Mitarbeitern sind wechselbereit

Auf zu neuen Ufern: Fast die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer denkt an Kündigung. Foto: © Andrey Popov/Fotolia.de
Auf zu neuen Ufern: Fast die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer denkt an Kündigung. Foto: © Andrey Popov/Fotolia.de

Lediglich 53 Prozent der Angestellten hierzulande sind mit den Arbeitsbedingungen in ihrem Unternehmen zufrieden. So hapert es noch stark an der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Außerdem haben viele Mitarbeiter den Eindruck, dass sie zu wenig Unterstützung vom Arbeitgeber erhalten, beruflich voranzukommen.

Familienfreundlichkeit in der Praxis kaum umgesetzt

Rund drei Viertel (73 Prozent) der Angestellten bewerten ihren Arbeitgeber als nicht familienfreundlich. Flexible Arbeitszeiten für Mitarbeiter mit Kindern gibt es in der Mehrheit der Firmen nach wie vor nicht, nur 28 Prozent der Betriebe bieten ein familienkompatibles Arbeitsmodell an. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Arbeitgeber ergreift nicht eine einzige Maßnahme, um Familien zu unterstützen. Nur jedes zehnte Unternehmen bietet Unterstützung beim Thema Kinderbetreuung an, etwa durch eigene Betreuungsmöglichkeiten oder Hilfe bei der Suche nach einem Kita-Platz. Auch leben Vorgesetzte die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie nicht vor: Die meisten leitenden Angestellten nehmen selbst keine besondere Rücksicht auf familiäre Verpflichtungen. Vorbilder auf Führungsebene gibt es nur in 15 Prozent der Unternehmen. Das sind Ergebnisse der bevölkerungsrepräsentativen Studie “Jobzufriedenheit 2016” der ManpowerGroup Deutschland, für die im März 2016 insgesamt 1.015 Deutsche ab 18 Jahren befragt wurden.

Mitarbeitern fehlt es an Weiterbildung und Perspektiven

Neben der Familienfreundlichkeit ist es den Deutschen besonders wichtig, dass sie sich im Unternehmen weiterentwickeln und ihre Karriere vorantreiben können. Dieser Aspekt kommt jedoch fast überall zu kurz. So bemängeln 87 Prozent der Befragten, dass es bei ihrem aktuellen Arbeitgeber keine professionelle Karriereförderung gibt. 66 Prozent der Unternehmen führen keine regelmäßigen Personal- oder Perspektivgespräche durch. Eine regelmäßige Analyse des Mitarbeiterpotenzials findet nur in jedem fünften Unternehmen statt. Auch bietet nur ein Drittel der Betriebe aktiv Weiterbildungen an. Jede dritte Firma setzt überhaupt keine Maßnahmen zu Personalentwicklung um. 22 Prozent der Befragten haben die Möglichkeit, Bildungsurlaub zu nehmen oder werden für Weiterbildungen freigestellt.

Wertschätzung zweitwichtigstes Kriterium für Jobwechsel

Die Studie zeigt, dass die Bereitschaft der Deutschen, ihren derzeitigen Job zu kündigen, hoch ist: 44 Prozent würden in den kommenden zwölf Monaten den Arbeitgeber wechseln. Jedoch stehen dabei nicht mangelnde Familienfreundlichkeit oder Weiterbildungsmöglichkeiten im Vordergrund, sondern die Bezahlung ist immer noch der größte Motivationsfaktor: 21 Prozent der Befragten geben an, einen Job mit höherem Gehalt zu suchen. Allerdings hat dieser Faktor im Vergleich zum Vorjahr (24 Prozent) ein wenig an Bedeutung verloren. Leicht gestiegen ist dagegen die Bedeutung der Wertschätzung der Leistungen, die mit 15 Prozent als Grund für einen Jobwechsel an zweiter Stelle steht; im letzten Jahr gaben dies noch 13 Prozent an. Kein Spaß an der beruflichen Tätigkeit ist für zwölf Prozent das Motiv, eine neue Stelle zu suchen, und elf Prozent erhoffen sich in einem anderen Unternehmen ein besseres Arbeitsklima.

Die vollständigen Studienergebnisse können > hier zum Download angefordert werden.