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Vor allem Generation Y und Z fühlen sich überlastet

Viele Mitarbeitende fühlen sich ausgelaugt. Regelmäßige Überstunden und Arbeit bei Krankheit zerren an der Kraft der Beschäftigten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Mintel.

Demnach gab knapp die Hälfte der rund 1.000 befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen Mai und August 2022 an, mehr zu arbeiten, als vertraglich vorgesehen ist. Und auch Krankheiten halten sie nur selten davon ab, ihre Arbeit niederzulegen: Mehr als 60 Prozent der Beschäftigten gehen auch dann ihrer beruflichen Tätigkeit nach, wenn sie krank sind.

Da verwundert es nicht, dass sich generationenübergreifend mehr als die Hälfte der Beschäftigten (57 Prozent) am Ende eines Arbeitstages ausgelaugt fühlt. Auch fällt es 38 Prozent der deutschen Arbeitnehmer  und Arbeitnehmerinnen schwer, nach der Arbeit abzuschalten.

Wechselbereitschaft bei jungen Beschäftigten am höchsten

Die dauerhaft hohe Belastung kann sich auf die Wechselbereitschaft der Mitarbeitenden auswirken. Denn nach dem Gehalt ist die Suche nach einer besseren Work Life Balance einer der Hauptgründe für eine Kündigung. Wechselbereit sind laut der Studie 27 Prozent der Befragten, und damit jeder oder jede Vierte. Am höchsten ist die Wechselbereitschaft bei den jungen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen: Bei den jüngsten Millennials von 26 bis 32 Jahren liegt der Anteil bei 41 Prozent, bei der Generation Z, den maximal 25-Jährigen, beträgt er 40 Prozent. Diese Gruppe ist auch am unzufriedensten mit der Work Life Balance und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in ihrem Leben.

„Viele Arbeitnehmer sind am Limit. Vor dem Hintergrund des aktuellen Fachkräftemangels kann es sich aktuell aber kein Arbeitgeber mehr leisten, nicht auf die Work Life Balance seiner Mitarbeiter zu achten“, sagt Jennifer Hendricks, Mintel-Analystin. Ihrer Ansicht nach sind Unternehmen, die ihr Personal halten wollen, zum Handeln gezwungen. Laut Mintel-Erhebungen fühlten sich Mitarbeitende im Job wohler und könnten besser gebunden und gewonnen werden, wenn Unternehmen passende Homeoffice-Regelungen oder flexible Arbeitszeiten anbieten. Beliebt sei auch kostenloses Essen, das sich 41 Prozent der Beschäftigten wünschen. Solche Maßnahmen seien insbesondere bei den besonders wechselwilligen jungen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen wirksam, so Hendricks.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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