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Digitale Meetings – nicht jeder ist wirklich anwesend

Mitarbeiter im Homeoffice ist bei Online-Meeting abgelenkt
Bei virtuellen Meetings schweifen Mitarbeiter, insbesondere jüngere, leicht ab und sind nicht wirklich präsent.
Foto: © Ladanifer-stock.adobe.com

Für die Studie “Digitale Meeting-Kultur” von NeXR Technologies wurden im August 1006 Arbeitnehmer in Deutschland befragt. Die Teilnehmer sollten bewerten, inwieweit Online-Formate aus ihrer Sicht persönliche Treffen ersetzen können. Die meisten Arbeitnehmer halten kurze virtuelle Meetings für gleichwertig (42 Prozent) oder nahezu gleichwertig (40 Prozent). Bei längeren Besprechungen sieht es schon anders aus: Nur 20 Prozent stufen sie gegenüber Präsenzveranstaltungen als gleichwertig und 40 Prozent als nahezu gleichwertig ein. Bei maximal halbtägigen Schulungen sowie eintägigen Seminaren und Kongressen nehmen die positiven Bewertungen noch weiter ab. Je jünger allerdings die Befragten sind, umso häufiger vertreten sie die Meinung, dass digitale Formate mit persönlichen Zusammenkünften mithalten können.

Mehrheit findet finden virtuelle Meetings weniger spannend als persönliche

Altersübergreifend stimmen 18 Prozent der Studienteilnehmer der Aussage zu, online durchgeführte Veranstaltungen seien fokussierter als Präsenztermine und 43 Prozent sagen, das treffe eher zu. Insgesamt 69 Prozent (trifft zu oder trifft eher zu) sind aufgrund ihrer Erfahrungen allerdings der Ansicht, dass virtuelle Treffen weniger spannend sind als der persönliche Austausch. Auch sieht es die Mehrheit so, dass in großen Online-Meetings nur wenige Teilnehmer wirklich aktiv sind. Ebenfalls der Großteil sagt, dass Online-Veranstaltungen weniger emotional ablaufen – sowohl im positiven als auch negativen Sinn.

Online-Treffen: Je jünger die Mitarbeiter, umso abgelenkter

Obwohl die meisten Befragten Online-Konferenzen für effektiv halten, sind offenbar viele Teilnahmer nicht besonders involviert und vor allem Jüngere lassen sich schnell ablenken. So geben 61 Prozent der 18- bis 34-Jährigen an, während laufender Online-Meetings nebenbei auch private Mails zu beantworten oder im Netz zu surfen. Von den 35- bis 54-Jährigen sind es 43 Prozent und bei den Befragten ab 55 noch 27 Prozent. Jeder zweite Studienteilnehmer sagt, dass er parallel zur Online-Veranstaltung noch andere berufliche Aufgaben erledigt. Auch bei dieser Tendenz liegen die Jüngeren vorn. Darüber hinaus geben zwölf Prozent der Befragten zu, während einer digitalen Besprechung schon einmal kurz eingenickt zu sein. Außerdem bestätigen 29 Prozent, dass sie nebenbei im Chat über andere Meeting-Teilnehmer lästern; in der Altersgruppe zwischen 18 und 34 Jahren sind es sogar 43 Prozent.

Laut Markus Peuler, CEO bei NeXR Technologies, sind die Möglichkeiten einfacher Videokonferenzen schnell ausgereizt, sie ähnelten eher dem Fernsehen. Der Zuschauer bleibe passiv, statt in einen Dialog zu treten und viele Teilnehmer fokussierten sich nicht hundertprozentig auf das Thema. Dabei könnten Videokonferenzen, richtig umgesetzt, sogar noch mehr begeistern als Präsenzveranstaltungen, indem sie mit entsprechender Technik umfassende Erlebnisse in einer virtuellen Umgebung ermöglichten und den Teilnehmern ein fesselndes Erlebnis böten, so Peuler.

Die Studienergebnisse stehen > hier zum Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.