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Was aus Sicht von HR-Vorständen zu tun ist

Finger auf PC-Taste
Der digitale Wandel lässt sich nicht mit einem Klick bewältigen. Ein aktuelles Diskussionspapier zeigt, was HR-Vorstände für notwendig halten.
Foto: © momius/Fotolia.de

Bereits im vergangenen Jahr hatte der von Acatech und der Jacobs Foundation 2014 gegründete HR-Kreis ein Stimmungs- und Meinungsbild zum Thema Digitalisierung erstellt. Das aktuelle Diskussionspapier vertieft drei Aspekte, die die Mitglieder des HR-Kreises für besonders erfolgskritisch halten: die Agilität der Organisation, lebenslanges Lernen und eine zukunftsorientierte betriebliche Mitbestimmung. Mit dem Diskussionspapier, das im Bundeskanzleramt vorgestellt wurde, möchte die Arbeitsgruppe zu einem offenen politischen und gesellschaftlichen Diskurs zur Zukunft der Arbeit beitragen.

Win-Win-Situation für Unternehmen und Mitarbeiter möglich

Die Digitalisierung wird die Arbeits- und Organisationsprozesse in Unternehmen grundlegend verändern. Richtig gestaltet wird der digitale Wandel jedoch die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen stärken und zugleich flexiblere und selbstbestimmte Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter mit sich bringen, also für eine Win-Win-Situation sorgen, so eine Kernthese des HR-Kreises.

Agilität im Mittelpunkt

Zunächst gilt es, so das Diskussionspapier, die Organisation auf Agilität auszurichten, also auf die Fähigkeit, auf Veränderungen schnell und effektiv zu reagieren. Der dadurch bedingte Wandel in Verbindung mit digitalen Technologien bietet Mitarbeitern auch mehr Flexibilität und die Möglichkeit, individuelle Arbeitsanforderungen und die persönliche Lebensgestaltung besser in Einklang zu bringen. Kernanliegen sind Freiräume bei der Erprobung neuer Arbeits- und Organisationsformen.

Lebenslanges Lernen als Grundvoraussetzung

In einer agilen Organisation und für den erfolgreichen Aufbruch in die Digitalisierung kommt es darauf an, ein weiterentwickeltes Verständnis von lebenslangem Lernen zu etablieren. Der HR-Kreis schlägt hierzu das Prinzip “geteilte Verantwortung” vor: Demnach gestalten Mitarbeiter ihren Lernprozess – nach ihren jeweiligen Möglichkeiten – verstärkt selbstbestimmt und eigenverantwortlich. Unternehmen schaffen vor allem lernförderliche Arbeitsbedingungen und begleiten die Beschäftigten in ihrem Lernprozess.

Mitbestimmung neu denken

Damit die Mitarbeiter den Wandel in den Handlungsfeldern Agilität und lebenslanges Lernen mitgestalten können, müssen sich nach Ansicht des HR-Kreises auch betriebliche Ansätze und gesetzliche Regelungen und Verfahren zur Mitbestimmung weiterentwickeln. Bei einer innovationsorientierten Mitbestimmung muss die Transformationsfähigkeit der Unternehmen mit den Interessen der Arbeitnehmer in Einklang gebracht werden, so die HR-Vorstände.

Entscheidend wird sein, dass wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr zutrauen und dass sie als mündige Menschen den Wandel aktiv und selbstbestimmt mitgestalten können,

sagt Acatech-Präsident Henning Kagermann.

Regulatorische Freiräume für Expermentierzonen notwendig

Der HR-Kreis räumt in seinem Beitrag ein, dass es keinen Masterplan zur Gestaltung der digitalen Arbeitswelt gebe. Niemand könne neue Entwicklungen und kreative Ideen antizipieren und passgenaue Regelungen im Voraus treffen. Nach dem Motto “individuelle Freiräume schaffen und begleiten” wünscht sich der HR-Kreis deshalb eine offene Haltung des Gesetzgebers und der Betriebspartner. Uwe Tigges, Personalvorstand der Innogy SE, sagte, gebraucht würden regulatorische Freiräume für Experimentierzonen, in denen Unternehmen neue Formen der Arbeit gemeinsam mit den Mitarbeitern erproben könnten.

Das Diskussionspapier steht zum > Download bereit.