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Was Frauen von Arbeitgebern erwarten

Die zehn wichtigsten Wünsche und Anforderungen von Frauen an (potenzielle) Arbeitgeber sind das Betriebsklima, kollegiale Zusammenarbeit, Anerkennung, flexible Arbeitszeiten, Commitment zum Equal Payment, die Gehaltsentwicklung, Work-Life-Balance, Weiterbildungsangebote, Elternzeit und die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Das sind Ergebnisse einer Befragung, die die Bonner AGENTUR ohne NAMEN, Veranstalterin des Messe-Kongresses women&work, zum zweiten Mal durchgeführt hat.

Die Ergebnisse der Studie widerlegen nach Ansicht der Agentur bestehende Mythen zum Thema Frauen und Karriere: Für Frauen spielte das Gehalt keine Rolle, Frauen wollten keine Karriere machen und keine Führungsposition, aber ein familienfreundliches Unternehmen, außerdem seien sie alle gleich.

Equal Payment für die überwiegende Mehrheit wichtig

94 Prozent der Frauen ist die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen bei gleicher Qualifikation wichtig oder sehr wichtig, gefolgt von der Gehaltsentwicklung mit 93 Prozent. Auch ein transparentes Vergütungssystem bewerten 87 Prozent der Frauen als ein wichtiges oder sehr wichtiges Arbeitgeberwahl-Kriterium. Das Einstiegsgehalt liegt auf Platz zwölf, 2011/2012 lag es noch auf Platz 26.

Zwei von drei Frauen ist Karriere von Bedeutung

Für rund 65 Prozent der befragten Frauen ist Karriere wichtig oder sehr wichtig. Nur sieben Prozent zeigen sich uninteressiert und bewerten Karriere als unwichtig. Allerdings nimmt die Bedeutung von Karriere bei Frauen über 40 Jahren signifikant ab.

Für die meisten kein Tabu: Aufsteigen und Führen

78,9 Prozent der befragten Frauen finden Aufstiegsmöglichkeiten wichtig oder sehr wichtig, für 72,8 Prozent sind Frauen in Führungspositionen oder Führungspositionen auch in Teilzeit sehr wichtige Kriterien in Bezug auf die Attraktivität von Arbeitgebern. 61,4 Prozent wünschen sich frauenspezifische Angebote, um die Aufstiegsmöglichkeiten von Frauen zu erhöhen.

Unterstützung im Pflegefall wichtiger als Betriebskindergarten

Von den abgefragten Kriterien aus dem Fragenblock Familienfreundlichkeit ist kein einziges unter den Top 10 gelandet. Der Betriebskindergarten ist nur für etwas mehr als die Hälfte der Befragten relevant. Dagegen ist die Unterstützung bei Pflegenotfällen mit 72,8 Prozent das wichtigste Kriterium aus dieser Kategorie.

Wünsche an Arbeitgeber vor allem lebensphasenorientiert

Die Befragungsergebnisse zeigen, dass Wünsche und Anforderungen der Frauen an Arbeitgeber lebensphasenorientiert sind. Berufseinsteigerinnen legen signifikant weniger Wert auf eine Frauenquote bei der Stellenbesetzung, Frauen zwischen 41-50 Jahren ist der Frauenanteil in Führung um 25 Prozent wichtiger als Frauen zwischen 26-30 Jahren.

Insgesamt haben 3.104 Frauen von 20 bis über 50 Jahren an der Befragung teilgenommen, davon 2.997 aus Deutschland. Erstmals wurden Aussagen von heterosexuellen und lesbischen Frauen im Vergleich erhoben. 80 Prozent er Befragten leben ausschließlich in heterosexuellen Partnerschaften, 13 Prozent in gleichgeschlechtlichen und sieben Prozent sowohl in gleichgeschlechtlichen als auch in gemischt geschlechtlichen Partnerschaften.

Unterschiedliche Anforderungen heterosexueller und lesbischer Frauen

Die Studie zeigt, dass heterosexuellen Frauen Elternzeitregelung/ Arbeitsplatzgarantie um 33 Prozent wichtiger ist als lesbischen Frauen. Die wiederum legen um 29 Prozent mehr Wert auf Regenbogen/LGBT-Netzwerke und 32 Prozent mehr auf Gleichstellung von Lebenspartnerschaften und Ehe bezüglich Arbeitgeberleistungen. In der Übersicht der zehn wichtigsten Kriterien stimmen heterosexuelle und lesbische Frauen bei den Top 5 überein, von Platz sechs bis zehn driften die Bedürfnisse auseinander.

Weitere Informationen gibt es hier.