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Corona-Mythen über Job und Arbeit

Homeoffice Arbeitssituation
Wie lange die Pandemie die Arbeitswelt noch beeinflussen wird, kann niemand genau sagen. Foto: © shintartanya/AdobeStock

Der neue StepStone Corona Report bringt Licht ins
Dunkel: Seit Ausbruch der Pandemie hat die Jobplattform mehr als 35.000
Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Deutschland zu ihren Erfahrungen und
Zukunftsplänen befragt.

Wie erleben die Menschen in Deutschland Arbeit in Zeiten der
Corona-Krise? Welche Konsequenzen hat die Corona-Krise für Wirtschaft
und Arbeitsmarkt? Und welche Tendenzen für die Personalarbeit zeichnen
sich ab?

Mit dem StepStone Corona Report untersucht die
Online-Jobplattform StepStone diese und weitere Fragen sowie die
entscheidenden Entwicklungen in den Bereichen Arbeitsmarkt,
Zusammenarbeit und Führung sowie Recruiting in Deutschland während der
durch COVID -19 ausgelösten Krise.

Dem Report liegen die Ergebnisse von
fünf Befragungen zugrunde, die im Zeitraum zwischen März und Mai 2020
durchgeführt wurden, sowie zahlreiche Gespräche mit Personalexperten.
Auf dieser Basis analysieren die StepStone Experten, wie sich die
COVID-19-Krise auf die HR- und Arbeitsmarkt-Trends auswirkt und leiten
hieraus konkrete Handlungsempfehlungen für die Personalarbeit und
-strategie in Unternehmen ab.

Auf dieser Basis haben die Jobexperten von
StepStone folgende Erkenntnisse zu den häufigsten Corona-Mythen über Job und Arbeit erlangt:

Mythos 1: Jobsuche macht derzeit keinen Sinn.

Falsch. Selbst in der Hochphase des Lockdowns im April hat nur eine
Minderheit der Unternehmen in Deutschland einen Einstellungsstopp
verhängt. Die Mehrheit der Arbeitgeber hat weiter neue Mitarbeiter
gesucht – wenn auch teils weniger als vor der Krise.

Mittlerweile zieht
die Personalsuche wieder deutlich an. Bereits im Juni hat ein Viertel
der befragten Unternehmen wieder wie gewohnt rekrutiert. Viele weitere
rechnen damit, in den nächsten Monaten wieder wie vor der Krise
einzustellen.

Besonders gefragt sind IT-Spezialisten, Vertriebler,
Handwerker und Techniker. In anderen Bereichen, wie z. B. im
Event-Management, Tourismus oder in der Gastronomie, bleibt es dagegen
schwierig, schnell einen passenden Job zu finden.

Mythos 2: Im Moment finden keine Bewerbungsgespräche statt.

Stimmt nicht. Nur 9 Prozent der Jobsuchenden haben in der Krise die
Erfahrung gemacht, dass ihr Vorstellungsgespräch abgesagt wurde.
Tatsächlich fanden und finden die Bewerbungsverfahren weiter statt, nur
eben anders.

Viele Arbeitgeber haben zu Beginn der Corona-Krise schnell
auf digitale Recruiting-Prozesse umgestellt und führen ihre
Vorstellungsgespräche per Telefon oder digital per Video,

sagt Dr.
Tobias Zimmermann, Arbeitsmarkt-Experte bei StepStone.

Das sei erst
einmal ungewohnt, so Zimmermann, habe für Bewerber aber auch Vorteile. Sie würden dadurch nicht
nur die Zeit für die Anfahrt sparen, sondern das Gespräch auch in ihrer
gewohnten Umgebung führen. Ein professionelles Auftreten und eine gute
Vorbereitung seien allerdings genauso wichtig wie beim klassischen
Vorstellungsgespräch.

Mythos 3: Teamarbeit funktioniert im Homeoffice nicht.

Falsch. Acht von zehn Befragten finden, dass sie genauso zuverlässig
mit ihrem Team zusammenarbeiten wie vor der Krise. Mehr als drei Viertel
der befragten Arbeitnehmer gaben an, dass Kommunikation und Stimmung im
Team trotz physischer Distanz gut sind.

Die große Mehrheit hat mit den
Kolleginnen und Kollegen schnell eine digitale Meeting-Struktur
etabliert. Und auch die Effizienz leidet bei der Heimarbeit ganz
überwiegend nicht. 36 Prozent der Beschäftigten sagen, dass sie im
Homeoffice sogar mehr arbeiten als sonst.

Mythos 4: Junge Leute kommen mit digitalem Arbeiten besser zurecht als ältere.

Stimmt nicht. Die StepStone Marktforschung zeigt, dass über 50-Jährige
sich im Homeoffice produktiver fühlen als jüngere. Es gelingt ihnen im
Vergleich zu den unter 30-Jährigen auch besser, fokussiert zu arbeiten
und mehr Arbeit zu bewältigen.

Und: Während 48 Prozent der U30-Jährigen
die Zusammenarbeit im Homeoffice als einschränkend erleben, meinen dies
bei den Ü50-Jährigen nur 43 Prozent. Zudem leiden deutlich mehr Jüngere
unter der Einsamkeit im Homeoffice.

Mythos 5: Reines Homeoffice wird der neue Standard.

Falsch. Auch wenn Unternehmen wie Twitter zuletzt Schlagzeilen damit
gemacht haben, dass die gesamte Belegschaft künftig nur noch von zu
Hause arbeitet, wird das die Ausnahme bleiben. Tatsächlich möchten
nämlich nur vier Prozent der Beschäftigten grundsätzlich und immer im
Homeoffice arbeiten.

Und auch von Unternehmensseite plant dies nur einer
von zehn Arbeitgebern für die Zukunft. Die allermeisten Arbeitnehmer
(86 Prozent) und auch Arbeitgeber wünschen sich eine Mischform zwischen
Präsenz- und Homeoffice-Tagen.