Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Corona-Pandemie: Jeder Zweite arbeitet im Homeoffice

Vater arbeitet am Laptop in der Küche, Kleinkind in Kinderstuhl beim Essen neben sich
In Zeiten von Corona verlagert sich die Arbeit von vielen Berufstätigen ins Homeoffice – für so manchen ist das neu.
Foto: © svitlychnaja/StockAdobe

43 Prozent der Bundesbürger geben an, dass ihre Arbeitgeber bereits vorhandene Homeoffice-Regelungen ausgeweitet haben. Jeder dritte Berufstätige (33 Prozent) sagt, sein Unternehmen ermögliche es angesichts der steigenden Corona-Infektionen erstmals, im heimischen Büro zu arbeiten. Das zeigt eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands > Bitkom. Dafür wurden zwischen dem 11. und 15. März 1002 Bundesbürger ab 16 Jahren befragt, darunter 522 Berufstätige.

Ein Fünftel der Berufstätigen übt den Job erstmals von zuhause aus

Mittlerweile übt die Hälfte der befragten Arbeitnehmer (49 Prozent) ihre Tätigkeit ganz oder teilweise im Homeoffice aus. 31 Prozent sagen, dass sie bereits vorher von zuhause aus arbeiten konnten, 17 Prozent davon tun dies jetzt häufiger und 14 Prozent ausschließlich. Für fast jeden Fünften (18 Prozent) ist das eine neue Erfahrung, denn sie durften vorher nicht ortsunabhängig arbeiten.15 Prozent von ihnen ist dies jetzt zeitweise erlaubt und drei Prozent können ihren Job ganz am häuslichen Schreibtisch erledigen. Allerdings ist nach Aussage von 41 Prozent der Studienteilnehmer deren Tätigkeit grundsätzlich nicht für Homeoffice geeignet.

Dass mobiles Arbeiten und mobiles Lernen zum Standard werden könnten, schien bislang undenkbar. Jetzt aber werden wie unter einem Brennglas die immensen Potenziale sichtbar, die digitale Technologien grundsätzlich bieten – im Kampf gegen das Virus wie auch in der Reduzierung des Berufsverkehrs und verkehrsbedingter Emissionen,

kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg die aktuelle Entwicklung.

Weniger persönliche Kontakte, unternehmensintern und -extern

Fast jeder zweite befragte Berufstätige (45 Prozent) sagt, dass in seinem Unternehmen jetzt statt persönlicher Treffen Telefon- und Webkonferenzen stattfinden. Zwei Drittel aller Befragten (65 Prozent) sind der Ansicht, dass digitale Technologien dabei helfen können, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Außerdem ist es jedem fünften Arbeitnehmer (19 Prozent) komplett untersagt, jegliche Gäste am Unternehmensstandort zu empfangen. In 14 Prozent wurden eigene Veranstaltungen mit externen Gästen abgesagt und in elf Prozent die Teilnahme an externen Veranstaltungen wie Messen und Kongressen. Zehn Prozent der befragten Berufstätigen geben an, dass Dienstreisen eingeschränkt wurden, und bei acht Prozent sind diese grundsätzlich verboten.

Verstärkte Hygienemaßnahmen im Betrieb

Als weitere Maßnahmen angesichts der Infektionsgefahr durch das Coronavirus setzen die meisten Unternehmen auf geänderte Hygieneregeln und entsprechende Informationen dazu. So sagen 96 Prozent der Berufstätigen, ihr Arbeitgeber habe Begrüßungen per Handschlag verboten. 88 Prozent wurden über persönliche Hygienemaßnahmen informiert, beispielsweise regelmäßiges und häufigeres Händewaschen. Mehr als jeder vierte Betrieb (29 Prozent) stellt nach Angabe der Befragten ein spezielles Informationsangebot zur Corona-Pandemie zur Verfügung, etwa im Intranet oder am Schwarzen Brett. In rund jedem fünften Unternehmen (22 Prozent) wurden zusätzliche Desinfektionsmittel auf Toiletten und am Eingang bereitgestellt.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.