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Homeoffice und technologische Anforderungen aus CIO-Sicht

Mann im Anzug zeigt auf virtuellen Screen mit
CIOs sind davon überzeugt, dass ihr Einfluss im Unternehmen derzeit wächst.
Foto: © wladimir1804-stock.adobe.com

Eine internationale Umfrage von KPMG und Harvey Nash unter 4200 CIOs zeigt, dass 82 Prozent der Unternehmen einen erheblichen Teil ihrer Belegschaft ins Homeoffice geschickt haben. Gut vier von zehn der befragten CIOs (43 Prozent) gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte der Mitarbeiter auch nach der Pandemie weiter von zuhause aus arbeiten wird. Damit einher ging eine Beschleunigung der Digitalisierung der Arbeit. Auch in Deutschland arbeiteten immer mehr Unternehmen virtuell und in cross-funktionalen Teams, in Büros und von zuhause aus, so KPMG-Partner Gernot Gutjahr.

In den letzten Monaten sind die Technologieausgaben der Firmen deutlich gestiegen. Vor der Corona-Krise ging jeder zweite Chief Information Officer (51 Prozent) von einer Budgeterhöhung in den nächsten zwölf Monaten aus. Dieser Anteil ist seitdem auf 43 Prozent gesunken – laut Studie ein Zeichen dafür, dass die Firmen im nächsten noch mehr unter Druck stehen werden.

Zahl der Cyber-Angriffe wegen Homeoffice sprunghaft gestiegen

Die Umstellung vieler Unternehmen auf Telearbeit hat laut Studie zu verstärkten Cyber-Angriffen geführt. So geben 40 Prozent der IT-Führungskräfte an, dass sie seit Beginn der Corona-Krise eine sprunghafte Zunahme entsprechender Attacken verzeichnen. Bei der Mehrzahl dieser Angriffe (83 Prozent) handelte es sich um Phishing, knapp zwei Drittel (62 Prozent) erfolgten durch Malware.

Kompetenz in Cyber-Sicherheit derzeit die begehrteste technologische Qualifikation

Gleichzeitig war es für die Unternehmen problematisch, qualifizierte Fachkräfte für Cyber-Sicherheit zu finden, um die Verlagerung ins Homeoffice zu unterstützen. Mittlerweile ist Cyber-Sicherheit ist gut jeden dritten CIO (35 Prozent) die gefragteste technische Kompetenz im Technologiebereich. Damit steht erstmals seit mehr als zehn Jahren eine sicherheitsbezogene Kompetenz ganz oben auf der Liste der Qualifikationsengpässe.

Mit der erheblichen Zunahme von Mitarbeitern, die aus dem Homeoffice arbeiten, ist es keine Überraschung, dass IT-Security Experten aktuell die gefragtesten Bewerber für IT-Abteilungen sind,

kommentiert Mark Hayes, Harvey Nash MD, die Entwicklung.

Trotz weniger CIOs nimmt der Einfluss der Technologieführungskräfte zu

Die Krise hat aus Sicht von 61 Prozent der befragten CIOs auch dazu beigetragen, den Einfluss der Technologieführungskräfte im Unternehmens dauerhaft zu erhöhen. Dennoch ging der Anteil der Firmen mit einem CIO auf Vorstandsebene von 65 Prozent im Jahr 2018 auf 61 Prozent in diesem Jahr zurück. Die Studie begründet dies damit, dass Technologieführungskräfte Wege fänden, relevant zu sein und Einfluss auszuüben, ohne ständiges Mitglied im Vorstand oder der Geschäftsleitung sein zu müssen.

Die vollständigen Studienergebnisse in englischer Sprache stehen > hier zum Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.