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Weiterer Stellenabbau bei deutschen Banken

Die Banken in Europa kämpfen derzeit mit der Profitabilität und erwarten eine Verschlechterung der eigenen Geschäftslage. 43 Prozent gehen für dieses Jahr davon aus, Stellen zu streichen. In Deutschland planen sogar 46 Prozent der Banken, die Zahl ihrer Mitarbeiter zu reduzieren. Nur 21 Prozent wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen; europaweit sind es 29 Prozent.

Gut ein Drittel rechnet mit einer weiteren Verschlechterung

Hauptgründe für den Sparkurs der Banken sind das historisch niedrige Zinsniveau, aber auch hohe regulatorische Anforderungen an Eigenkapital und Risikovorsorge, die die Gewinnmargen belasten. 35 Prozent der deutschen Banken rechnen mit einer weiteren Verschlechterung der eigenen Geschäftslage, nur 27 Prozent mit einer Verbesserung. Europaweit ist man optimistischer: 56 Prozent der Banken prognostizieren eine Verbesserung der eigenen Lage, nur 16 Prozent stellen sich auf eine Verschlechterung ihrer Situation ein.

Und während die europäischen Banken erwarten, in diesem Jahr eine etwas bessere Eigenkapitalrendite erwirtschaften zu können als im Vorjahr – der sogenannte Return on Equity (RoE) soll im Durchschnitt um 1,6 Prozent steigen –, gehen die deutschen Banken von einer Verschlechterung um durchschnittlich 0,5 Prozent aus. Das sind Ergebnisse der aktuellen Studie “European Banking Barometer” der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young). Für die Studie wurden 226 Banken in mehreren europäischen Ländern befragt. In Deutschland nahmen 50 Banken an der Umfrage teil.

Das niedrige Zinsniveau, die zunehmende Regulierung und neue Wettbewerber verstärken den Preisdruck der Branche. In der Folge setzen die Banken ihren Sparkurs fort, um interne Kosten zu senken. 40 Prozent der deutschen Banken wollen Kostensenkungsmaßnahmen in erheblichem Umfang durchführen, zwölf Prozent setzen auf umfassende Restrukturierungsmaßnahmen wie etwa den Verkauf von Geschäftsbereichen.

Personalabbau besonders im Retail Banking und Firmenkundengeschäft

Hinzu kommt der Beschäftigungsabbau, zumal Personalausgaben knapp über die Hälfte der operativen Kosten der Branche ausmachen. Der Personalabbau wird vor allem das Retail Banking und Firmenkundengeschäft betreffen, wo 29 Prozent der Banken Stellenstreichungen planen und nur neun Prozent mit Neueinstellungen rechnen. Auch im IT-Bereich und in der Verwaltung dürften laut Studie Stellen verloren gehen. Im Bereich Compliance, Risiko und Finanzen entstehen hingegen neue Jobs: 15 Prozent der deutschen Banken suchen für diese Funktionen zusätzliche Mitarbeiter.

Mehr Gehalt für die verbleibenden Mitarbeiter

Die verbleibenden Mitarbeiter können sich allerdings nach mehreren mageren Jahren auf ein leichtes Gehaltsplus freuen: 29 Prozent der deutschen Banken wollen die Gesamtvergütung in diesem Jahr erhöhen, lediglich zwölf Prozent prognostizieren eine sinkende Gesamtvergütung.

Die Studienergebnisse stehen zum Download bereit.