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Frauen kommen langsam voran

Eine Tafel mit der Aufschrift
Blumen zum Internationalen Frauentag – schön, aber noch schöner wäre es, wenn alle Frauen, die es wollen, in Führungspositionen kämen.
Foto: © Nelos/Fotolia.de

In Deutschland ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen seit 2009 um durchschnittlich zwei Prozent im Jahr gestiegen und liegt derzeit bei 22 Prozent. Damit liegt Deutschland international im Mittelfeld. Frankreich kam zwar nur auf einen Zuwachs von 17 Prozent und das Vereinigte Königreich verbuchte lediglich eine Zunahme von 16 Prozent, doch sind in beiden Ländern auch weiterhin mehr Frauen in Führungspositionen vertreten als hier: Der Anteil liegt bei jeweils 31 Prozent. Was den Anstieg betrifft, so ist Indien mit einem Zuwachs von 31 Prozent innerhalb der letzten neun Jahre globaler Spitzenreiter. Das zeigt eine Datenanalyse des Karrierenetzwerks > LinkedIn. Dafür wurden die Profile der weltweit mehr als 546 Millionen Mitglieder ausgewertet. Die Analyse erfolgte auf Basis der Vornamen, Mitglieder in Führungspositionen wurden anhand deren Jobtitel identifiziert. Ein völlig ausgewogenes Geschlechterverhältnis in den Chefetagen würde hierzulande laut LinkedIn erst im Jahr 2058 erreicht werden, sofern sich das aktuelle Tempo fortsetzen würde.

In bislang männerdominierten Branchen holen weibliche Führungskräfte auf

Eine positive Nachricht: In Deutschland verzeichnen gerade die stark männerdominierten Branchen wie IT und Logistik, aber auch die Finanzbranche, die höchsten Zuwachszahlen. So stieg der Frauenanteil in Führungspositionen in der Logistikbranche seit 2009 um 46 Prozent, in der Finanzbranche um 39 Prozent und in der IT-Branche um 38 Prozent. Auch in der Unterhaltungsbranche (25 Prozent) und im verarbeitenden Gewerbe (22 Prozent) nahm der Anteil weiblicher Führungskräfte überdurchschnittlich stark zu. Außerdem sind Frauen in manchen Geschäftsbereichen vermehrt in die Chefetagen vorgedrungen: Besonders stark stieg der Anteil von Frauen in leitenden Funktionen in den Bereichen Rechtswesen (66 Prozent), Buchhaltung (51 Prozent), Marketing (50 Prozent), Human Resources (31 Prozent) und Business Development (28 Prozent).

Eigenschaften, die Frauen in Leitungsfunktionen in ihren Profilen hervorheben

Im Rahmen der Analyse untersuchte LinkedIn auch, mit welchen Qualifikationen und Fähigkeiten sich weibliche Führungskräfte in ihren Profilen am häufigsten selbst beschreiben, um sich als kompetent darzustellen und sich in leitenden Positionen zu behaupten. Danach benutzen die Frauen branchenübergreifend besonders häufig die Schlagworte Projektmanagement, strategische Planung und Führungsstärke.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.