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Stimmungsbild nach einigen Krisenmonaten

Frau vor Firmengebäude trägt Pappschachtel mit Büroutensilien
In Deutschland machen sich vier von zehn Büromitarbeitern Sorgen, wegen der Corona-Krise den Job zu verlieren.
Foto: © VAKSMANV-stock.adobe.com

Vom 6. Mai bis zum 12. Juni befragte der Personaldienstleister > Robert Half gut 1000 Büroangestellte in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu ihren aktuellen Einschätzungen der Arbeitsumstände und künftigen Prioritäten. Danach ist rund jeder dritte Studienteilnehmer (31 Prozent) derzeit dabei, seine Work Life Balance neu zu bewerten; in Deutschland gibt dies gut ein Viertel (28 Prozent) an. Länderübergreifend sucht etwa ein Fünftel der Berufstätigen (22 Prozent) momentan aktiv nach einer neuen Rolle. Auch hier liegt der Anteil in Deutschland mit einem Sechstel (16 Prozent) etwas niedriger. Vollkommen zufrieden mit ihrer bisherigen Rolle sind global 30 Prozent, während dies 39 Prozent der Befragten hierzulande von sich sagen können.

Jeder Zweite weltweit sorgt sich wegen der Corona-Krise um den Job

Sowohl international als auch hierzulande hatten 17 Prozent der
Büroangestellten vor Corona geplant, ihren Arbeitsplatz zu wechseln,
sind jedoch wegen der anhaltenden Krise zurückhaltend. Was den aktuellen Job betrifft, so macht sich gut jeder Zweite (53 Prozent) Sorgen darüber, ihn kurzfristig
verlieren zu können. Hierzulande haben mit 39 Prozent weniger
Arbeitnehmer diese Befürchtung. Zwei Drittel (66 Prozent) der Studienteilnehmer weltweit denken, dass ihre längerfristigen Karriereaussichten nicht negativ beeinflusst werden. In Deutschland geben sich sogar gut drei Viertel so optimistisch.

Homeoffice kommt bei gut der Hälfte der Büromitarbeiter gut an

Laut Studie sind zwei von drei befragten Mitarbeitern (65 Prozent) und in Deutschland sogar 83 Prozent wegen der verhängten Kontaktbeschränkungen im Homeoffice. Nur rund die Hälfte weltweit (54 Prozent) und hierzulande (52 Prozent) gibt an, die Arbeit von zuhause aus sei tatsächlich machbar. Dass der Arbeitsplatz in der heimischen Umgebung eine bessere Work Life Balance ermöglicht, finden international 57 Prozent und in Deutschland 56 Prozent. Im weltweiten Schnitt sagen 80 Prozent und von den Bundesbürgern 72 Prozent, dass sie nach Corona gern weiterhin von zu Hause aus arbeiten würden. Als Hauptgrund gaben 57 Prozent und hierzulande sogar 79 Prozent an, durch das Wegfallen des täglichen Arbeitsweges Zeit und Geld zu sparen. Außerdem fühlen sich global 49 Prozent und in Deutschland 52 Prozent in ihrer privaten Umgebung produktiver.

Der Begriff ‚beispiellose Zeiten‘ wurde in den vergangenen Wochen häufig verwendet, um die Covid-19-Pandemie zu beschreiben,

sagt Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & France. Aus den Befragungsergebnissen gehe allerdings hervor, dass die Auswirkungen dieser Zeit für Mitarbeiter und Unternehmen noch weit in die Zukunft hinein spürbar sein und Arbeitsweisen sowie die Personalplanung beeinflussen würden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.