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Weniger als ein Viertel der Management-Positionen von Frauen besetzt

Weniger als ein Viertel der Managementpositionen in Deutschland sind von Frauen besetzt. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die das berufliche Netzwerk Linkedin für den Gender-Gap-Report des Weltwirtschaftsforums durchgeführt hat. Damit liegt die Bundesrepublik unter dem weltweiten Durchschnitt von knapp einem Drittel.  

Die meisten Frauen schaffen es in Deutschland gar nicht erst, Personalverantwortung zu bekommen, sondern bleiben auf der Ebene darunter. Im mittleren Management beträgt der Anteil der Managerinnen 32 Prozent und der der Direktorinnen 28 Prozent. Auf das höchste Hierarchielevel gelangen noch weniger Frauen: Das Amt des Vice President haben nur zu 13 Prozent Frauen inne, in der obersten Ebene, der C-Suite, sind es 19 Prozent. Zum Vergleich: International beträgt die Frauenquote bei diesen beiden höchsten Ebenen 27 und 24 Prozent.

Männer steigen unternehmensintern häufiger auf

Ein Grund dafür, weshalb es Frauen weniger oft in Führungspositionen schaffen, liegt laut der Linkedin-Auswertung darin, dass sie wesentlich seltener intern befördert werden. In Deutschland steigen Männer in ihrem Unternehmen 44 Prozent häufiger die Karriereleiter hoch als Frauen, international werden Männer im Schnitt ein Drittel häufiger befördert. Kleine Anzeichen einer Verbesserung seien jedoch erkennbar. So ist die Einstellungsquote von Frauen in Führungspositionen in Deutschland von 21 Prozent im Jahr 2015 kontinuierlich auf inzwischen 27 Prozent und weltweit von 33 auf 37 Prozent gestiegen.

Frauen sollten gezielt frühzeitig gefördert werden

Um die Aufstiegschancen für Mitarbeiterinnen weiter zu erhöhen, gelte es für Unternehmen, gezielt in den ersten Karrierejahren anzusetzen, so die Autorinnen und Autoren der Linkedin-Studie. Arbeitgeber müssten zum Beispiel Förder- und Mentoringprogramme für Frauen entwickeln, die auf der Karrierestufe vor der Personalverantwortung stehen. Außerdem sollten sie Ungerechtigkeiten in der internen Mobilität beseitigen, um Frauen gleiche Aufstiegsmöglichkeiten zu ermöglichen wie ihren Kollegen. Die Studienverfasser plädieren überdies für eine flexiblere Arbeitswelt. Die Daten zeigten, dass sich Frauen 24 Prozent häufiger auf Stellen bewerben, die mobiles Arbeiten erlauben. Mehr Flexibilität sollte aber nicht dazu genutzt werden, dass Frauen die Doppelbelastung von Job und Familie besser unter einen Hut bringen können, heißt es, sondern sie sollte allen ermöglicht werden und damit für mehr Gerechtigkeit sorgen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.