Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Wer lange arbeitet, wird schneller krank

Lange oder wechselnde Arbeitszeiten machen krank.
Foto: © Sauerlandpics/Fotolia.de
Lange oder wechselnde Arbeitszeiten machen krank.
Foto: © Sauerlandpics/Fotolia.de

Das zeigt eine aktuelle Studie, die Unternehmen der Energiewirtschaft untersucht hat.

90 Prozent der Personalverantwortlichen in der deutschen Energiewirtschaft sehen wechselnde oder lange Arbeitszeiten als Hauptursache für psychische Belastungen am Arbeitsplatz an. Knapp dahinter folgt mit 88 Prozent der Faktor Zeitdruck. Lärm, Beleuchtung oder Gefahrstoffe liegen mit 85 Prozent auf dem dritten Platz. Ebenfalls 85 Prozent der Personaler nennen die Überlastung durch Personalwegfall, der bei der Personalplanung zu wenig oder gar nicht berücksichtig wird. Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle Trendreport “Arbeitsmarkt und berufliche Herausforderungen 2015 in der deutschen Energiewirtschaft” der > BWA Akademie.

Störungen und wenig Unterstützung wirken belastend

80 Prozent der befragten Personaler sagen außerdem, dass häufige Störungen und Unterbrechungen die Psyche des Arbeitsnehmers belasten. 79 Prozent geben an, dass keine oder nur geringe Unterstützung durch Vorgesetzte oder Kollegen belastend sind. Weitere Gründe für psychische Belastungen sind Mobbing mit 73 Prozent der Nennungen, umfangreiche Überstunden sowie Arbeit auf Abruf mit je 72 Prozent, ein unzureichendes Pausenregime (71 Prozent) und eine hohe Arbeitsintensität (70 Prozent).

Die fortschreitende Digitalisierung und Globalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft verstärken den Trend hin zu flexibleren Arbeitsformen. Dies führt oftmals zu einer Beeinträchtigung der Work-Life-Balance,

betont BWA-Geschäftsführer und Personalexperte Harald Müller. Insgesamt hat die Studie für die Energiewirtschaft 16 mögliche Ursachsen für psychische Belastungen am Arbeitsplatz unter die Lupe genommen.

Dringender Handlungsbedarf

Angesichts der Ergebnisse fordert Müller, die Energiefirmen müssten Maßnahmen ergreifen, um die wichtigsten Ursachen einzudämmen und dadurch psychischen Belastungen vorzubeugen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat beruflichen Stress mit zu den größten Gefahren des 21. Jahrhunderts erklärt. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat festgestellt, dass 12,5 Prozent aller Krankheitsausfälle mittlerweile auf psychische Erkrankungen zurückgehen. Damit ist die Zahl der betrieblichen Fehltage aufgrund von Burnout und und anderen seelischen Leiden seit 2004 um fast 1.400 Prozent gestiegen. Auch die Zahl der Frühverrentungen wegen Burnout oder Depressionen nimmt zu.

Interessenten können den Report unter der E-Mail team@euromarcom.de kostenfrei anfordern.