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Weltweite Rezession erwartet

Hand hält Säulendiagramm mit abnehmender Tendenz, Corona-Viren als Symbol darüber
Die Wirtschaftsleistung geht wegen der Corona-Krise weltweit zurück.
Foto: © vegefox.com/StockAdobe

Das Ifo Institut hat kürzlich 1000 Experten in 110 Ländern zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise befragt. Nach Ansicht der Studienteilnehmer wird die weltweite Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 1,9 Prozent schrumpfen.

Das sei eine beispiellos niedrige Zahl seit Beginn der Umfrage 1989, sagen die Forscher Dorine Boumans, Sebastian Link und Stefan Sauer vom Ifo Institut.

Für Deutschland Rückgang der Wirtschaftsleistung um fünf Prozent erwartet

Der Euroraum wird vom Rückgang der Wirtschaftsleistung besonders stark getroffen: Die Experten prognostizieren ein Minus von 5,3 Prozent. Negativer Spitzenreiter ist Italien mit minus sieben Prozent. Für Deutschland und Frankreich erwarten die Befragten einen Rückgang von je fünf Prozent. Für Großbritannien rechnen sie mit minus 3,6 und für Spanien mit minus 3,4 Prozent. Ein überdurchschnittlicher Einbruch der Wirtschaftsleistung wird auch in den USA (minus 4,6 Prozent) und Brasilien (minus 4,2 Prozent) vorausgesehen, außerdem sagen die Experten deutliche Rückgänge in Russland und Südafrika (je minus 3,4 Prozent) sowie Japan (minus 3,3 Prozent) voraus. China und Indien, deren Wirtschaft weltweit am stärksten wächst, erleben laut Prognose zwar keine Einbrüche, das Wachstum wird jedoch geringer ausfallen als bisher: Für China rechnet man mit einem Zuwachs von 2,3 und für Indien von 2,5 Prozent.

Liquiditätshilfen sind nach Ansicht von Wirtschaftsexperten am hilfreichsten

Am problematischsten in dieser Situation ist laut Expertenmeinung eine Verringerung der Investitionen, gefolgt von einer Erhöhung der Staatsdefizite, einem Schrumpfen der Konsumausgaben, Betriebsschließungen und Produktionstopps, Quarantäne-Maßnahmen, Störungen der Lieferketten und Firmenpleiten. Als besonders hilfreiche Gegenmaßnahmen betrachten die befragten Ökonomen Liquiditätshilfen für kleinere Unternehmen und für Großunternehmen, Steuerstundungen für Firmen, den Kauf von Wertpapieren durch die Zentralbanken und vorübergehende Umsatzsteuersenkungen. Hinsichtlich Zinssenkungen, dauerhaften Steuersenkungen, Helikoptergeld und einer lockeren Bankenaufsicht sind sie eher skeptisch.

Mit einer Rückkehr zum Leistungsniveau vor der Krise rechnen die Befragten erst mit Zeitverzögerung. Lediglich 6,7 Prozent gehen davon aus, dass dies in der EU bereits im laufenden Jahr der Fall sein wird. Damit bildet die Europäische Union international das Schlusslicht.

Weitere Informationen über die globale Situation zeigt der Zeitschriftenaufsatz des Ifo-Instituts “COVID 19: Die Weltwirtschaft auf der Intensivstation – Erkenntnisse aus einer weltweiten Expertenumfrage”, der > hier zum Download zur Verfügung steht.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.