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Wohlbefinden der Mitarbeiter rückt in der Krise stärker in den Fokus

Ineinandergreifende Zahnräder und Text
In der Krise fühlen sich Mitarbeiter durch kommunikatives und empathisches Führungsverhalten dem Arbeitgeber verbundener. Foto: © magele-picture-stock.adobe.com

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren hat das Mitarbeiterengagement international einen historischen Höchststand erreicht. 2018 lag der Wert noch bei 65 Prozent, im letzten Jahr dann bei 66 und zuletzt bei 68 Prozent. Das geht aus der jährlichen Benchmarkstudie “Trends in Global Employee Engagement” des HR-Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen Kincentric hervor. In die Auswertung flossen die Daten von 9,4 Millionen Mitarbeitern aus über 3700 Unternehmen ein. Die Daten wurden zwischen April 2019 und März 2020 gesammelt. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 betrug der Wert noch 57 Prozent.

Bessere Kommunikation der Führungskräfte und mehr Fürsorge gegenüber Mitarbeitern

Gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2019 zeigen sich im April und Mai dieses Jahres noch einmal deutliche Veränderungen, so das Ergebnis einer zusätzliche Pulsbefragung von mehr 250 globalen Unternehmen. Nach Beginn der der Corona-Pandemie mussten Unternehmen zielgerichteter mit ihren Mitarbeitern kommunizieren. Das führte dazu, dass die wahrgenommene Effektivität der Kommunikation um 21 Prozent gestiegen ist.

In dieser Zeit wurde anstatt oder zusätzlich zum Engagement das Wohlbefinden der Mitarbeiter häufiger gemessen, ebenso Empathie und Verbundenheit der Führungskräfte. In beiden Bereichen berichteten die Mitarbeiter über zunehmend positive Erfahrungen. Dieser Anstieg könnte laut Studie auch auf die verstärkte Aufmerksamkeit und höhere Priorität zurückzuführen sein, die Führungskräfte der fürsorglichen und mitfühlenden Führung beimessen. Die Fürsorge des Unternehmens erfuhr nach Ansicht der Befragten einen Anstieg von sechs Prozent und auch die wahrgenommene Fürsorge des Vorgesetzten erhöhte sich um fünf Prozent.

In Folge der Covid-19-Pandemie und der damit verbundenen Herausforderungen konnten wir beobachten, wie die Krise Mitarbeiter und Organisationen zumindest kurzfristig zusammengeschweißt hat,

sagt Dr. Stefan Mauersberger, Partner bei Kincentric. Diese Erfolge seien auf die Strategie des Zuhörens und zahlreiche Maßnahmen vor allem im Bereich Kommunikation auf allen Führungsebenen zurückzuführen, aber auch auf kontinuierliche Führungskräfteentwicklung, klarere Regeln und Prozesse und das bessere Management von Veränderungen. All das gebe Mitarbeitern vor allem in der Krise das Gefühl, gehört zu werden und mit dem Arbeitgeber verbunden zu sein.

Angesichts der weiter anhaltenden Unsicherheit empfehlen die Autoren, das Engagement und die Employee Experience auch weiterhin weiter im Blick zu behalten und verstärkt in Führungskräfteentwicklung zu investieren, um rechtzeitig auf eine Umkehr dieses Trends reagieren zu können.

Effektive und agile Entscheidungsfindung in der Krise

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass im letzten Jahr ein Anstieg in effektiver Entscheidungsfindung um 15 Prozent registriert wurde. Auch die Fähigkeit von Führungskräften, Begeisterung für die Zukunft zu schaffen, erhöhte sich um vier Prozent. Diese Werte stiegen im April und Mai noch weiter. Das Thema Agilität rückte 2019 ebenfalls in vielen Organisationen stärker in den Fokus, wovon die Unternehmen in der Krise profitieren konnten, so die Studie.

Weitere Informationen zur Studie und Handlungsempfehlungen gibt es > hier.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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