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Zahl der Firmengründungen auf dem Rückzug

Die Hemmschwelle, ein Unternehmen zu gründen, ist in Deutschland bei guter Konjunktur besonders groß.
Foto: © Robert Kneschke/Fotolia.de
Die Hemmschwelle, ein Unternehmen zu gründen, ist in Deutschland bei guter Konjunktur besonders groß.
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Von 2012 bis 2014 hat die Zahl der Selbstständigen hierzulande von gut 4,3 auf knapp 4,2 Millionen abgenommen. Die Zahl der Selbstständigen bezogen auf alle Erwerbstätigen ist von 11,2 Prozent im Jahr 2005 auf 10,5 Prozent in 2014 gesunken. Der Rückgang lässt sich darauf zurückzuführen, dass Deutsche in Zeiten positiver Konjunktur eher auf eine sichere Festanstellung setzen. In anderen Ländern dagegen, zum Beispiel in den USA und Kanada, steigt die Zahl der Gründungen bei einer guten wirtschaftlichen Lage.

43 Prozent weniger Gründer seit 2005

Die Zahl der Unternehmensgründer hat sich in Deutschland zwischen 2005 und 2014 um 43 Prozent auf 241.000 verringert. Zurückgegangen sind vor allem die Firmengründungen von Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt schlechte Chancen hatten und deshalb die Selbstständigkeit gewählt haben. Die Anzahl der Neugründungen bei Männern sank innerhalb von neun Jahren um 45 Prozent, bei den Frauen waren es mit 39 Prozent etwas weniger. Der Anteil von Gründerinnen nahm in dieser Zeit von gut 37 auf fast 40 Prozent zu. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln ( > IW).

Laut IW lässt die gesunkene Arbeitslosigkeit allein die schwache Gründungsneigung hierzulande nicht erklären. Vielmehr müssten Gründer in Deutschland zum Teil auch hohe bürokratische Hürden überwinden. Außerdem hätten viele Menschen Angst vor dem unternehmerischen Risiko und der Anmeldung eines Gewerbes.

Nur ein Viertel der Frauen in Vollzeit selbstständig

Betrachtet man Arbeitsumfang und Branchen der Selbstständigen, zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So war 2014 nur etwas mehr als ein Viertel (26 Prozent) der Selbstständigen in Vollzeit weiblich. In Handel, Gastgewerbe und Verkehr waren gut 24 Prozent aller Selbstständigen Frauen, bei sonstigen Dienstleistungen – etwa Übersetzungsbüros, Reinigungsdienste oder ambulante soziale Dienste – fast 37 Prozent. Im Produzierenden Gewerbe betrug der Anteil weiblicher Selbstständiger dagegen nur sieben Prozent.

Gründerinnen liegen als Arbeitgeber inzwischen vorn

Die meisten Unternehmensgründer beschäftigen zumindest am Anfang keine Mitarbeiter. Dieser Anteil ist aber von 2011 bis 2014 um gut fünf Prozent auf knapp 69 Prozent gesunken. Der Rückgang der Unternehmensgründungen ist also vor allem auf weniger Solo-Selbstständige zurückzuführen, so das IW.

Frauen führen im Durchschnitt häufiger Unternehmen ohne weitere Mitarbeiter als Männer. Doch während 2011 noch rund 23 Prozent der Frauen, die sich im Haupterwerb selbstständig machten, Mitarbeiter einstellten, waren es 2014 bereits über 33 Prozent. Der Anteil der selbstständigen Männer mit Mitarbeitern nahm dagegen nur um circa drei Prozent auf 31 Prozent zu.