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Deutlicher Einbruch des Jobmarkts

Schwarz-gelbe Bänder und Wort
Durch den von der Regierung verhängten Lockdown ist die Zahl der Jobangebote in Deutschland um knapp 27 Prozent gesunken.
Foto: © males_design-stock.adobe.com

Während Unternehmen und öffentliche Institutionen hierzulande im ersten Halbjahr 2019 noch 4 739 987 Stellen ausgeschrieben hatten, waren es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nur 3 476 042 – das entspricht einem Rückgang von 26,7 Prozent. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Stellenmarktanalyse der WBS Gruppe. Der Bildungsanbieter analysiert regelmäßig die Jobangebote von circa 300 Online-Jobbörsen und Printmedien, rund 100 000 Firmen-Webseiten und der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit.

Der Bereich Gesundheit und Soziales brach ebenfalls ein, steht jedoch am besten da

Die stärksten Einbrüche am Arbeitsmarkt verzeichneten die Bereiche Einkauf und Materialwirtschaft (minus 35,5 Prozent), Bauwesen, Handwerk und Umwelt (minus 35,2 Prozent), technische Berufe (minus 34 Prozent), Transport, Verkehr, Logistik, Lager (minus 33,3 Prozent) sowie Hotel, Gastgewerbe, Empfang (minus 32 Prozent). Den geringsten Rückgang von Stellenanzeigen mit minus 9,4 Prozent gab es im Sektor Gesundheit, und Soziales. Die Anzahl der Stellenanzeigen in Online- und Printmedien für Pflegeberufe nahm sogar um vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu, die für Azubis in Gesundheitsberufen stieg um fast fünf Prozent. Insgesamt war der Bedarf an Fachkräften im Gesundheits- und Pflegebereich, im Bauwesen und Handwerk sowie bei den Technischen Berufen von Januar bis Juni am größten. Die Top-Schalter von Jobinseraten waren Personaldienstleister mit rund 1,3 Millionen ausgeschriebenen Stellen, gefolgt vom Handel (rund 393 000) und der Industrie (rund 335 000).

Ungelernte Arbeitskräfte und gewerbliche Fachkräfte am stärksten betroffen

Die Auswertung der ausgeschriebenen Jobs nach Berufsgruppen/Hierarchiestufen ergab, dass ungelernte Arbeitskräfte (minus 39 Prozent) und gewerbliche Fachkräfte (minus 38 Prozent) von der Krise am meisten betroffen waren. Dagegen stieg der Bedarf an Fachkräften mit Berufsausbildung und speziellen Qualifikationen um 7,3 Prozent. Das Ausbildungsangebot fiel im untersuchten Zeitraum um lediglich drei Prozent niedriger aus als im ersten Halbjahr 2019.

Deutliche regionale Unterschiede bei Entwicklung der Stellenangebote

Die Untersuchung nach Regionen zeigt große regionale Unterschiede hinsichtlich des Rückgangs der Stellenangebote. Die Bandbreite je nach Bundesland erstreckt sich von minus 21,4 Prozent in Berlin bis 38,5 Prozent in Bremen. Metropolen standen besser da als ländliche Regionen. In den vom Strukturwandel betroffenen Ruhrgebiet-Städten wie Wuppertal, Essen und Duisburg lag das Minus dagegen bei fast 40 Prozent.

Leichte Erholung des Jobmarkts seit Mai

Laut der aktuellen Analyse hat seit etwa Mai eine allmähliche Erholung des Arbeitsmarkts eingesetzt. Im Mai wurden mit fast 692 000 Stellenanzeigen über 30 000 Positionen mehr als im April inseriert (plus 4,9 Prozent). Im Juni stieg die Anzahl der veröffentlichten Jobinserate auf knapp 775 000.

Weitere Ergebnisse des Job Reports können > hier eingesehen werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.