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Onboarding: Was den Zielgruppen wichtig ist

Ob Azubi, Berufserfahrene oder Führungskraft: Jeder hat seine ganz eigenen Erwartungen an
den Einstieg in den neuen Job. Wie wichtig ist hier ein individuell
zugeschnittenes Pre- oder Onboarding? Eine Masterarbeit liefert überraschende Erkenntnisse.

Pfeil im Ziel
Zielgruppenspezifisches Onboarding. Grafik: © shutterstock/Baimieng

“Die Vermutung lag nahe, dass Auszubildende und Berufseinsteiger beim Onboarding andere Punkte wichtig finden als Berufserfahrene oder Führungskräfte – aber das ist zumindest zum Teil widerlegt”, sagt Frida Osbahr zum Ausgangspunkt ihrer Abschlussarbeit an der Fachhochschule Erfurt. So legen alle Zielgruppen gleichermaßen hohen Wert auf das formale Onboarding. Dieser Bereich umfasst alle organisatorischen Aspekte, wie beispielsweise die Einrichtung eines E-Mail-Accounts, Namensschilder oder die notwendige Arbeitsschutzausstattung. “Frauen schätzen übrigens diese Ebene insgesamt als wichtiger ein als Männer”, fand Osbahr heraus.

Die 25-Jährige hatte für die Studie 205 Mitarbeiter aus Unternehmen unterschiedlichster Branchen befragt und wurde dabei durch d.vinci, Anbieter von HR-Lösungen für Unternehmen, unterstützt. Eine Win-Win-

Situation, wie Geschäftsführerin Nina Rahn findet: “Durch die Masterarbeit konnten wir viele neue, interessante Einblicke ins Onboarding gewinnen. Es gab auch für uns überraschende Ergebnisse, aus denen wir viele Lerneffekte ziehen. Zukünftig können wir unsere Kunden so noch besser und zielgerichteter beraten.”

Berufsanfänger und Führungskräfte: Parallelen bei kultureller Integration

Interessante Parallelen machte Osbahr in der Gewichtung der Frage fest, ob eher fachliche oder kulturelle Aspekte beim Onboarding eine Rolle spielen. Bei Auszubildenden überwog die Bedeutung der fachlichen Integration – ebenso wie bei Berufserfahrenen. Auf der fachlichen Ebene des Onboardings erfährt der neue Mitarbeiter alles Wissenswerte über das Unternehmen und über seinen Arbeitsbereich, lernt die jeweiligen Ansprechpartner kennen und soll auf diese Weise schnell und erfolgreich im Sinne der Unternehmensziele einsatzfähig sein.

Gleichzeitig wurde mit der Studie die Vermutung zum Teil widerlegt, dass vor allem Mitarbeiter, die neu im Job sind, beim Onboarding auf eine starke fachliche Orientierung setzen. Während dies bei Azubis zutrifft, steht bei Berufsanfängern das kulturelle Onboarding im Fokus. “In diesem Punkt haben offensichtlich Berufsanfänger die gleiche Motivation wie Führungskräfte. Aspekte wie Unternehmensstrategie, Werte und Führungsgrundsätze spielen bei den vermeintlich unterschiedlichen Zielgruppen eine gleichermaßen große Rolle”, erklärt die Studienabsolventin.

Empfehlung: Intensiveres fachliches Onboarding für Führungskräfte

Auch wenn Führungskräfte und Berufsanfänger quantitativ gesehen die gleichen Ansprüche verfolgen, darf das Onboarding laut Osbahr in der Qualität durchaus variieren: “Man sollte darauf achten, dass das Onboarding für Führungskräfte eine größere Intensität und Tiefe aufweist”, empfiehlt Osbahr.

Die vier Zielgruppen

In der quantitativen Studie waren Mitarbeiter aus mehr als 29 verschiedenen Branchen befragt worden. In die Gruppe der Auszubildenden fielen zusätzlich duale Studenten, Werkstudenten und Praktikanten. Berufserfahrene hatten mehr als drei Jahre in ihrem Job gearbeitet, weniger Erfahrene gelten als Berufseinsteiger. Bei den Führungskräften in der Untersuchung handelte es sich um Mitarbeiter mit Personalverantwortung oder Entscheidungsbefugnis.

Keine Unterschiede beim Bedürfnis nach “Wir-Gefühl”

Die soziale Integration stand bei allen vier Zielgruppen gleichermaßen auf Rang vier – und damit an letzter Stelle. “Damit ist auch die Hypothese widerlegt, dass die soziale Komponente vor allem Berufserfahrenen wichtig ist. Der Aufbau von Kontakten im Unternehmen zu Vorgesetzten, Kollegen
und Kunden und das Wir-Gefühl ist offensichtlich bei allen Zielgruppen von gleicher Bedeutung”, beschreibt Osbahr diese Ebene des Onboardings.

Fluktuationsgefahr? Nur wenn alles schiefgeht

Dass ein nicht-zielgruppenspezifisches Onboarding eine Kündigung zur Folge hat, konnte Osbahr in ihrer Arbeit ebenfalls nicht feststellen. Allerdings: “Wenn das Onboarding in der Summe versagt, kann dies zu Fluktuationsgedanken führen. Vor allem auf den Ebenen, die einer Zielgruppe am wichtigsten sind, sollte eine durchdachte und strukturierte Einarbeitung stattfinden”, lautet daher die Empfehlung der Studienabsolventin.

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