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Arbeitsmarkt 2020 robust, aber Maßnahmen notwendig

PC-Tastatur, darüber aus Scrabble-Steinen die Wörter
Das Ministerium für Arbeit und Soziales schätzt den deutschen Arbeitsmarkt als robust ein.
Foto: © PhotoSG/StockAdobe

Wie das BMAs mitteilte, blieb die Arbeitslosenquote im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat unverändert bei 5,3 Prozent. Der Anstieg der absoluten Arbeitslosigkeit um neun Prozent gegenüber Dezember 2019 hat laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil überwiegend jahreszeitliche Gründe. Trotz konjunktureller Abschwächung stehe der deutsche Arbeitsmarkt gut da. Nach Angaben des Ministeriums ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen weiter rückläufig und im Vergleich zum Januar des letzten Jares um 50 000 auf 724 000 gesunken. Dazu trage auch das neue Teilhabechancengesetz bei, das rund 44 000 Menschen in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse gebracht habe. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag im November bei 34 Millionen – circa 480 000 mehr als im Vorjahresmonat, darunter 275 000 Vollzeitjobs.

Anstieg der Arbeitslosigkeit durch konjunkturelle Effekte und Strukturwandel

Das BMAS sieht angesichts der Zahlen auch für das begonnene Jahr Anlass für Optimismus, da sich der hiesige Arbeitsmarkt trotz der abgeschwächten Konjunkturaussichten und der bestehenden weltwirtschaftlichen Risiken als robust erweise. Dennoch bedingten konjunkturelle Effekte und Auswirkungen des Strukturwandels eine Zunahme der Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung, vor allem in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Verbessertes Qualifizierungschancengesetz und Arbeit-von-morgen-Gesetz sollen Weiterbildung fördern

Dem Strukturwandel gelte es mit Qualifizierung der Beschäftigten zu begegnen. Das verbesserte Qualifizierungschancengesetz und das geplante Arbeit-von-morgen-Gesetz soll betroffene Unternehmen dabei unterstützen, in ihre Belegschaften zu investieren. Die Förderung beruflicher Qualifizierung in Transfergesellschaften soll ausgebaut werden; bei Betrieben mit weniger als 250 Mitarbeitern kann die Bundesagentur für Arbeit (BA) während des Bezugs von Transferkurzarbeitergeld künftig bis zu 75 Prozent der Weiterbildungskosten übernehmen. Außerdem soll Weiterbildung, die den Übergang in neue Beschäftigung unterstützt, unabhängig von Alter und Qualifikation gefördert werden.

Qualifizierungschancengesetz soll für Unternehmen praxistauglicher werden

Weiterhin soll das Qualifizierungschancengesetz praxistauglicher gestaltet werden. So können Arbeitgeber in Zukunft Sammelanträge für Mitarbeiter mit vergleichbaren Ausgangsqualifikationen und Fördernotwendigkeiten stellen können. Die Beteiligung der BA an den Lehrgangskosten und der Arbeitsentgeltzuschuss werden unabhängig von der Unternehmensgröße um je zehn Prozent erhöht, wenn die beruflichen Kompetenzen von mindestens 20 Prozent der Mitarbeiter durch Weiterbildung angepasst werden müssen. Darüber hinaus soll das Zertifizierungsverfahren entbürokratisiert werden. Auch soll der Bezug von Kurzarbeitergeld auf bis zu zwei Jahre ermöglicht werden, sofern eine zweckmäßige Weiterbildung stattfindet.

Zu den Arbeitsmarktzahlen der BA für Januar 2020 geht es > hier.