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Ausbildungskosten zahlen sich für Betriebe aus

Über 80 Prozent der Unternehmen bestätigen, dass sie ausbilden, um Fachkräfte zu qualifizieren, die langfristig im Unternehmen eingesetzt werden sollen. 59 Prozent der Ausbildungsbetriebe sind sehr zufrieden oder zufrieden mit dem Kosten-Nutzen-Verhältnis der Ausbildung. Nur elf Prozent zeigen sich unzufrieden.

Im Ausbildungsjahr 2012/2013 entstanden den Betrieben im Durchschnitt pro Auszubildendem und Jahr Bruttokosten in Höhe von 17.933 Euro. Davon entfielen 11.018 Euro – 62 Prozent – auf die Personalkosten der Auszubildenden und 4.125 Euro – 23 Prozent – auf die des Ausbildungspersonals. Mit 925 Euro (fünf Prozent) schlugen die Anlage- und Sachkosten und mit 1.866 Euro (zehn Prozent) sonstige Kosten zu Buche, etwa Kammergebühren, Kosten für externe Lehrgänge und die Ausbildungsverwaltung. Das geht aus einer neuen repräsentativen Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zu Kosten und Nutzen der betrieblichen Ausbildung hervor. Dafür wurden mehr als 3.000 Unternehmen befragt.

Mehr als jeder vierte Azubi erwirtschaftet Nettoerträge für den Betrieb

Die Auszubildenden verursachen jedoch nicht nur Kosten, sondern leisten durch ihre Arbeit einen Beitrag zur Produktion von Waren und Dienstleistungen. Zieht man diese produktiven Leistungen in Höhe von durchschnittlich 12.535 Euro von den Bruttokosten ab, so ergeben sich laut Studie für das Ausbildungsjahr 2012/2013 für die Betriebe durchschnittliche Nettokosten von 5.398 Euro pro Jahr und Auszubildendem. Etwa 28 Prozent der Azubis erwirtschafteten 2012/2013 Nettoerträge für ihre Ausbildungsbetriebe.

In Ostdeutschland betrugen die Nettokosten durchschnittlich 6.314 Euro, während sie in Westdeutschland bei 5.242 Euro lagen. Zwischen den Ausbildungsbereichen gab es ebenfalls starke Unterschiede. Die höchsten Nettokosten fielen im Öffentlichen Dienst mit 8.032 Euro sowie in Industrie und Handel mit 6.146 Euro an. Deutlich geringer waren die Nettokosten im Handwerk mit 4.390 Euro, den Freien Berufen mit 3.705 Euro und in der Landwirtschaft mit 1.293 Euro.

Vor allem bei Übernahme der Auszubildenden rentieren sich die Kosten

Im Durchschnitt übernahmen die Unternehmen rund 60 Prozent ihrer Auszubildenden und sparten so Personalgewinnungskosten, die anfallen würden, wenn Fachkräfte vom externen Arbeitsmarkt eingestellt werden müssten. Hierfür wendete ein Betrieb laut Befragung durchschnittlich 8.715 Euro auf. Durch die Übernahme von Azubis verringern Betriebe zudem die Abhängigkeit vom externen Arbeitsmarkt und vermeiden mögliche Ausfallkosten durch Personalengpässe. Außerdem ergeben sich für ausbildende Unternehmen auch nicht-monetäre Vorteile: So können Betriebe zum Beispiel den Auszubildenden, zusätzlich zu den durch die Ausbildungsordnung vorgegebenen Inhalten, weitere betriebsspezifische Kenntnisse vermitteln.

Weitere Informationen gibt es hier.