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Berufseinstieg mit roten Zahlen

An Sparen ist für viele Studenten nicht zu denken - im Gegenteil: Vier von zehn Absolventen haben Miese auf dem Konto.
Foto: © zimmytws/Fotolia.de
An Sparen ist für viele Studenten nicht zu denken – im Gegenteil: Vier von zehn Absolventen haben Miese auf dem Konto.
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Gut jeder zweite Absolvent (55 Prozent) hierzulande kommt finanziell unbelastet aus dem Studium. 44 Prozent dagegen beginnen ihr Berufsleben mit Schulden aus der Studienfinanzierung. Die während der Ausbildungszeit angehäuften Schulden liegen dabei mehrheitlich über 6000 Euro. Beträge von mehr als 10.000 Euro sind keine Seltenheit. Das ergab eine aktuelle Befragung zum Thema Studienfinanzierung von > Univativ unter 350 Hochschulabsolventen bis zum Alter von 34 Jahren.

Schulden auch jenseits der BAföG-Deckelung

Vor allem die Anzahl der Absolventen, die BAföG bezogen oder einen Studienkredit in Anspruch nahmen, trägt zur hohen Zahl derer bei, die mit Schulden von der Uni kommen. Deren finanzielle Belastung zum Berufsstart ist in vielen Fällen erheblich: Zwölf Prozent von ihnen gingen mit 10 000 bis 19 999 Euro Schulden in die Erwerbstätigkeit, neun Prozent sogar mit mehr als 20 000 Euro, auch wenn die Rückzahlung bezogener BAföG-Leistungen auf 10 000 Euro beschränkt ist. Elf Prozent der Befragten hatten 6000 bis 9999 Euro zu tilgen. Bei acht Prozent der Befragten beliefen sich die Schulden zum Zeitpunkt des Studienabschlusses auf 3000 bis 5999 Euro, nur bei zehn Prozent lagen sie darunter.

Studentenjobs und Eltern häufigste Finanzierungsquellen

Die am häufigsten genannten Einnahmequellen zur Finanzierung des Studiums sind Studentenjobs mit 67 Prozent. Es folgt mit 53 Prozent die finanzielle Unterstützung durch die Eltern. Vor allem dadurch erklären sich auch die 55 Prozent der Studierenden, die die Hochschule schuldenfrei verlassen können. Auf dem dritten Platz der Studienfinanzierung liegt der Bezug von BAföG mit 35 Prozent (Mehrfachnennungen waren möglich). Studienkredite nahmen lediglich zehn Prozent der Befragten auf; von Stipendien profitierten nur neun Prozent. Dabei finanzierten 30 Prozent der Absolventen ihre Hochschulausbildung zum Großteil durch Nebenjobs, 28 Prozent hauptsächlich durch die Eltern und 22 Prozent bestritten ihr Studium vor allem durch BAföG.

Im Nachhinein würden die meisten ihr Studium anders finanzieren

Rückblickend würde nur jeder dritte Absolvent seine Studienfinanzierung wieder genauso handhaben: Mehr als ein Drittel (35 Prozent) würden im Laufe des Studiums mehr arbeiten, 28 Prozent würden sich stärker um Fördermöglichkeiten bemühen. Zwölf Prozent würden die Möglichkeit in Betracht ziehen, sich mehr über Studienkredite zu informieren. Dagegen scheint das Maß der Unterstützung durch die Eltern ausgereizt zu sein: Nur fünf Prozent der Befragten würden mehr Geld von den Eltern erbitten. Sieben Prozent meinen sogar, dass sie lieber weniger elterliche Hilfe hätten annehmen sollen.

Dass mehr als jeder dritte Absolvent rückblickend sein Studium mehr durch Nebenjobs finanzieren würde, zeigt, wie belastend Schulden nach dem Studium sind und welchen Stellenwert Studentenjobs im Finanzierungsmix ausmachen,

sagt Olaf Kempin, Mitgründer und Co-Geschäftsführer von univativ. Wer BAföG-Schulden meiden und das Konto der Eltern schonen wolle, für den sei der Studentenjob der Schlüssel zur finanziellen Unabhängigkeit und könne, klug gewählt, auch noch den Berufseinstieg erleichtern.