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Digitalisierung der Weiterbildung im Aufwind

Frau mit Kopfhörer im Homeoffice bei digitaler Weiterbildung
Digitale Weiterbildung erhält derzeit Corona-bedingt einen Schub.
Foto: © kerkezz-stock.adobe.com

Die Bildungsunternehmen, die im Wuppertaler Kreis e.V. – Bundesverband betriebliche Weiterbildung – zusammengeschlossen sind, erwarten für dieses Jahr infolge der Beschränkungen aufgrund von Corona zum Teil deutliche Umsatzrückgänge. Mehr als jeder zweite Dienstleister musste Kurzarbeit anmelden. Der Geschäftslage-Indikator Weiterbildung des Verbands, der die wirtschaftliche Stimmung in der Weiterbildungsbranche anzeigt, ist auf 86 Punkte und damit erstmals seit der Finanzkrise auf einen Wert unter 100 gesunken. Das geht aus der aktuellen Umfrage “Trends in der Weiterbildung” des Wuppertaler Kreises hervor.

Homeoffice aufgrund von Corona fördert digitale Transformation

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die Corona-Pandemie ein starker Treiber für die Digitalisierung der Weiterbildung ist. Auch vorher schon führte die Digitalisierung der Unternehmen zu einem hohen Qualifizierungs- und Weiterbildungsbedarf, auch in digitaler Form. Nun erfordern Homeoffice und mobile Arbeitsformen noch stärker digitale Weiterbildungsformate. Die Weiterbildungsanbieter selbst seien daher gefordert, ihre eigene digitale Transformation beschleunigt umzusetzen. Auch sollten Investitionen in Weiterbildung gerade in Krisenzeiten antizyklisch aufrechterhalten werden, so der Verband.

Neue Lernplattformen und Online-Formate etablieren sich

Infolge der Arbeit vom Homeoffice aus haben sich die Voraussetzungen dafür, neue Weiterbildungsformen und -instrumente zu etablieren, laut Studie erheblich verbessert. Beispiele seien digitale Lernplattformen, von denen Mitarbeiter Lerninhalte wie etwa Videosequenzen von mobilen Endgeräten abrufen können. Ein Schlüsselfaktor dabei sei auch die Integration verschiedener Lernformen und die Ansprache unterschiedlicher Sinneskanäle, zum Beispiel Audio, Video und Feedback-Systeme. Auch die Entwicklung virtueller Umgebungen, die Arbeitsabläufe simulieren und unmittelbar Feedback geben, werde als sehr zukunftsträchtig eingeschätzt. Der Verband geht davon aus, dass digitale Bildungsangebote in Zukunft deutlich an Bedeutung gewinnen und immer häufiger auch in Präsenzformate integriert werden.

Wuppertaler Kreis gegen zentrale staatliche Lernplattformen

Die Kooperation mit Anbietern von Lern- und Wissensplattformen hat für die Weiterbildungsanbieter nach Aussage des Verbands derzeit eine hohe Bedeutung. Die Dienstleister plädieren dafür, dass es auch weiterhin eine Vielfalt branchen- und zielgruppenorientierter Plattformen gibt. Sie sprechen sich gegen die Zentralisierung in einer staatlichen Plattform aus, wie sie von Seiten der Politik vorgeschlagen wurde: Der Aufbau einer staatlichen Plattform sei kein erfolgversprechender Weg, um die Beteiligung an beruflicher Weiterbildung zu erhöhe, so der Wuppertaler Kreis.

Die vollständigen Ergebnisse der Verbandsunfrage gibt es > hier zum Download.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.