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Da ist noch mehr drin

Häufchen aus gelbem Sand, in dem ein Zettel
Viele Azubi-Stellen bleiben unbesetzt. Damit Stelleninserate nicht im Sand verlaufen, müssen Unternehmen vielleicht mehr auf die Wünsche der Jugendlichen eingehen.
Foto: © Jeanette Dietl/Fotolia.de

Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle suchen, haben heute andere Anforderungen an Jobinserate als noch vor einigen Jahren. Da genügt es auch nicht, wenn die Stellenanzeige online oder sogar mobil verfügbar ist. meinestadt.de hat Azubis und Azubibewerber gefragt, was sie wollen.

2016 blieben in Deutschland 43 500 Ausbildungsplätze unbesetzt. Laut meinestadt.de liegt das nicht nur am demografischen Wandel und daran, dass immer mehr Jugendliche studieren. Ein wichtiger Grund sei auch, dass Unternehmen potenzielle Azubis mit ihren Stellenanzeigen immer schlechter erreichen. Mittels der Azubi-App TalentHero von > meinestadt.de in Zusammenarbeit mit dem Umfrageinstitut Innofact wurden diesen Monat 1000 Ausbildungssuchende und Auszubildende, die meisten im Alter von 17 bis 25 Jahren, zu ihrer Sicht auf Stellenanzeigen für Azubis befragt.

Jobinserate schrecken potenzielle Bewerber oft ab

Von den befragten Jugendlichen gab lediglich rund jeder dritte an, die letzte betrachtete Stellenanzeige absolut glaubwürdig gefunden zu haben. Nur 36 Prozent fanden, dass sie vollkommen verständlich formuliert war. Dass Jobinserate häufig nicht ganz verstanden oder als unglaubwürdig wahrgenommen werden, liegt laut meinestadt.de daran, dass viele Jugendliche, die eine Berufsausbildung machen wollen, mit Buzzwords, Anglizismen und Fachausdrücken nichts anfangen können. Nach dem Lesen der Jobinserate hatte nur etwas mehr als ein Viertel (28 Prozent) der Befragten Lust, sich zu bewerben. Fast die Hälfte (46 Prozent) hat sogar schon mal eine Bewerbung abgebrochen, weil die Stellenanzeige zu schlecht war. Hier wird aus den Befragungsergebnissen allerdings nicht deutlich, warum die Jugendlichen die Bewerbung trotzdem zunächst begonnen hatten oder ob es vielleicht darum geht, dass sie aufgrund der als negativ empfunden Anzeige gleich auf eine Bewerbung verzichteten.

Aus Azubi-Sicht fehlen in Stellenanzeigen viele Infos

Und was wünschen sich die angehenden Azubis nun von einem Stelleninserat, was möchten sie erfahren und wie können Unternehmen ihre Anzeigen optimieren, um bei der Bewerberansprache erfolgreich zu sein? Die drei wichtigsten Informationen, die aus Sicht der Jugendlichen in keiner Azubi-Stellenanzeige fehlen dürfen, sind der Arbeitsort mit 54 Prozent der Nennungen, die Entwicklungsmöglichkeiten nach der Ausbildung (52 Prozent) und das Gehalt (51 Prozent). Den Arbeitsort geben nach Erfahrung der Befragten fast alle Unternehmen an. Informationen zur Ausbildungsvergütung und zu Entwicklungsmöglichkeiten fand jeder zweite Jugendliche jedoch nur manchmal, selten oder gar nie. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist aus Sicht der derzeitigen oder früheren Azubibewerber, dass das ausschreibende Unternehmen über die Übernahmequote informiert; 41 Prozent erwarten dies. Außerdem wünschen sich 39 Prozent Infos über zusätzliche Weiterbildungsangebote. Auch möchte ein Drittel der Befragten wissen, ob Jobtickets für Bus und Bahn angeboten werden. 42 Prozent der Studienteilnehmer haben Angaben dazu allerdings nur selten oder gar nicht angetroffen.

Gewünscht: Mitarbeiterbewertungen und Kontakt mit aktuellen Azubis

Es sind jedoch nicht nur diese allgemeinen Informationen, die angehende Auszubildende gern in Stellenanzeigen sehen möchten. Nutzergewohnheiten, die sich im Online-Handel, Restaurants und Hotels längst durchgesetzt haben und Konsumentenentscheidungen beeinflussen, werden auch auf das Recruiting übertragen. So wünscht sich die Hälfte der Befragten (49 Prozent) in Stellenanzeigen auch Angaben des Ausbildungsbetriebs zu Bewertungen durch Mitarbeiter. Weitere 40 Prozent hätten gern die Möglichkeit, vor einer Bewerbung mit aktuellen Azubis zu chatten, etwa per Messenger-Dienst. Und 37 Prozent würden gerne Interviews mit aktuellen oder ehemaligen Azubis lesen. Nach Ansicht von Georg Konjovic, Geschäftsführer von meinestadt.de, müssten Inhalte und Aufmachung von Stellenanzeigen von Grund auf neu gedacht werden. Unternehmen sollten viel mehr auf die Wünsche und Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen und dabei die neuen Möglichkeiten des mobilen Kanals nutzen, so Konjovic.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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