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Jeder Zweite wünscht sich mehr digitale Fortbildungsangebote

Person vor Laptop mit Screen
Rund jeder Zweite Berufstätige wünscht sich mehr Möglichkeiten zur digitalen Weiterbildung.
Foto: © WrightStudio-stock.adobe.com

Hierzulande geben 78 Prozent der Berufstätigen an, dass sie es für wichtig oder sehr wichtig halten, sich beruflich weiterzubilden. Gefragt danach, in welchen Bereichen sie den größten Bedarf sehen, nennen mit 37 Prozent die meisten das Fachwissen. An zweiter Stelle mit 24 Prozent stehen neue Technologien. Mit Abstand folgen soziale Kompetenzen (16 Prozent) sowie persönliche Kompetenzen (zwölf Prozent). Das sind Ergebnisse der Studie “Wert der Weiterbildung”, die Forsa im Auftrag der > Haufe Akademie durchgeführt hat. Dafür wurden im Dezember 2020 bundesweit 1004 Angestellte repräsentativ befragt.

Fachwissen versus technische Kompetenz und Soft Skills

Während die befragten Mitarbeiter Soft Skills als Weiterbildungsthema für weniger relevant halten als andere Kompetenzen, so die Studie, habe ein Report von Linkedin ergeben, dass 92 Prozent der HR-Manager Soft Skills bei Kandidaten als mindestens so wichtig einschätzen wie Fachwissen. Auch Dr. Jörg Schmidt, Geschäftsführer der Haufe Akademie, vertritt die Ansicht, gerade jetzt seien Soft Skills wie Selbstorganisation, aber auch Kenntnisse neuer Technologien, mindestens so hoch zu bewerten wie reines Fachwissen.

Mehrheit mit Bildungsangebot ihres Arbeitgebers zufrieden

Indes sind rund acht von zehn Studienteilnehmern (79 Prozent) mit den Fortbildungsmöglichkeiten ihres derzeitigen Arbeitgebers grundlegend zufrieden. Lediglich 18 Prozent sind weniger zufrieden oder unzufrieden. Obwohl die Mehrheit berufliche Weiterbildung für wichtig hält, haben sich 40 Prozent der Befragten in den vergangenen beiden Jahren überhaupt nicht fortgebildet. Die Autoren ziehen daraus den Schluss, dass die Qualifizierungsangebote der Unternehmen nicht auf dem neuesten Stand sind und den Anforderungen der Mitarbeiter nicht entsprechen. Weiterbildung findet zumeist noch traditionell in Form von Präsenzveranstaltungen statt: Von den Angestellten, die in den letzten zwei Jahren ein arbeitgeberfinanziertes Fortbildungsangebot genutzt hatten, haben 82 Prozent an Seminaren oder Tagungen teilgenommen.

Mix aus klassischen Lernangeboten und digitalen Medien gefragt

Fast jeder zweite befragte Berufstätige (47 Prozent) wünscht sich für die Zukunft jedoch mehr digitale Lernmedien und plädiert für einen Mix aus solchen Formaten mit klassischen Weiterbildungsangeboten. Ebenfalls knapp die Hälfte der Angestellten (48 Prozent) hat sich fest vorgenommen, in diesem Jahr ein digitales Lernangebot zu nutzen. Darüber hinaus erhofft sich ein Drittel der Studienteilnehmer (32 Prozent) mehr Beratung und Unterstützung bei der Wahl des Fortbildungsprogramms.

Bedürfnisse älterer und jüngerer Mitarbeiter berücksichtigen

Die Studie zeigt außerdem, dass das Interesse an beruflicher Fortbildung bei den Mitarbeitern mit zunehmendem Alter stark nachlässt. Die Corona-Krise wirke wie ein Brennglas und führe dazu, dass die Schere zwischen den weiterbildungsaffinen jüngeren Beschäftigten und ihren älteren Kollegen weiter auseinandergeht, heißt es. Führungskräfte und HR seien nun gefragt, mit digitaler Weiterbildung und einer Kultur des lebenslangen Lernens die Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens zu sichern, so die Autoren. Es sei ihre Aufgabe, Berührungsängste abzubauen und neue (digitale) Lernformate auszurollen. So könnten sie sowohl ältere Mitarbeiter mitnehmen, die eher unmotiviert sind, als auch junge Beschäftigte und Frauen, die sich mehr Fortbildung wünschen, sie im Moment aber nicht wahrnehmen – vielleicht, weil es gerade nicht möglich ist.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.