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Round Table: E-Learning

Lernen mit Laptop
Foto: ©snowing12 / stock.adobe.com

Anbieter von digitalen Weiter- und Fortbildungsangeboten erleben gegenwärtig einen Boom. Selten war die Nachfrage nach ihren Produkten, Tools und Dienstleistungen so groß wie in jüngster Zeit, die von Corona geprägt war und noch immer ist. Fanden vor der Pandemie noch viele Lernangebote in Präsenzsessions und -trainings statt, die von erfahrenen Coaches begleitet wurden, mussten HR-Abteilungen und klassische Anbieter mit dem ersten Lockdown umdenken.

Erstere konnten ihre gewohnten Schulungsansätze nicht mehr nutzen, Letztere mussten um ihr gesamtes Geschäftsmodell bangen. Diejenigen Anbieter, die schon vor der Pandemie teilweise oder vollständig auf virtuelle Tools und Fernkurse gesetzt hatten, standen vergleichsweise gut da. Zum einen, weil sie ihre Kunden weiterhin betreuen konnten; zum anderen, weil sie auf die bestehende Basis aufbauen und ihr vorhandenes Konzept rasch ausbauen, neudeutsch: skalieren, konnten und plötzlich auch ganz neue Kundengruppen oder jene Bestandskunden erreichten, die bis dato vornehmlich Präsenzveranstaltungen gebucht hatten.

Trotzdem forderte das vergangene Jahr allen einiges ab – nicht nur den HR-Abteilungen, sondern auch den Anbietern. Sie mussten schnell und agil reagieren; Coaches und Berater, die bis dato nur Präsenzkurse gaben, mussten lernen, ihre Inhalte in Fernkursen und über Videochats zu vermitteln; die Tools mussten ausreifen und an die Bedürfnisse der Kunden angepasst werden; und bis dato skeptische Kunden mussten davon überzeugt werden, dass auch digitale Lernformate Wirkung entfalten – und oft erst noch die technischen Voraussetzungen dafür schaffen, dass diese überhaupt ausgerollt werden konnten.

Insbesondere mittelständische Unternehmen waren oft entweder zurückhaltend, schlecht ausgestattet oder beides. Profitieren konnten jene E-Learning- Anbieter, die ihren Kunden auch beratend sowohl beim Rollout einer digitalen Lernumgebung als auch bei der Gestaltung der Inhalte zur Seite stehen. Und diese Dienstleistungen bieten sie Abnehmern gerne an, denn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Round Tables sind sich einig: E-Learning hat gerade im vergangenen Jahr bewiesen, welches Potenzial in ihm steckt, und dass es auch nach Ende der Pandemie dazu beitragen kann, berufliche Weiterbildung nachhaltiger und flexibler zu gestalten und dabei noch breiter und zugleich gezielter in die Belegschaft zu tragen, als es in Präsenz meist möglich ist.

Weiterbildung – egal auf welchem Weg – ist nur sinnvoll, wenn im vorfeld die Ziele definiert und formuliert sind. denn Ziele können höchst unterschiedlich sein. sie reichen von “Mitarbeiterfluktuation senken” bis “Innovationsfähigkeit erhöhen”. nur, wenn das Ziel bekannt ist, kann es auch erreicht werden. Gerade in mittelständischen Unternehmen fehlt die klare Zielsetzung aber oft – und dann ist enttäuschung vorprogrammiert.

Generell sollten Weiterbildung generell und gerade die Einführung eines E-Learning-Konzepts sollten langfristige Entscheidungen sein und eine strategische untermauerung haben. Abgesehen von punktuellen Ausnahmen – zum Beispiel gesetzlich verpflichtende Datenschutzschulungen – ergibt der Einsatz von E-Learning vor allem dann sinn, wenn im Unternehmen dauerhaft eine Lernkultur verankert ist oder werden soll.

Es gilt: E-Learning ist nicht nur für Büroangestellte. Schulungen und Weiterbildungen können von der Werkshalle bis in die Vorstandsetage gleichermaßen angeboten werden. So hat E-Learning das berufsbegleitende Lernen nicht nur zeitlich und räumlich flexibilisiert, sondern vor allem auch hierarchisch und funktional demokratisiert. Bei aller Flexibilisierung und Demokratisierung ist aber auch klar: Lernen kostet Zeit. Egal in welcher Darreichungsform und mit welcher Zielsetzung, wenn Lernangebote genutzt werden sollen, geht das auf Kosten der Arbeitszeit. Gerade bei E-Learning wird diese Tatsache oft übersehen oder unterschätzt. daher ist umso wichtiger: E-Learning-Einführung nur mit Plan.

›› Mehr Informationen zum Datenschutz und zur Informationssicherheit beim Arbeiten mit E-Learning-Software finden Sie ›hier.

Bilderstrecke: Mehr Chancen als Risiken

E-Learning zählt zu den „Gewinnern“ in der Corona-Krise. In dieser Bilderstrecke sprechen Experten über die Chancen und Herausforderungen des digitalen Lernens.