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Kommission schlägt Verbesserungen für digitale berufliche Bildung vor

Die Enquete-Kommission
Die Enquete-Kommission “Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt” möchte die Ausbildungswelt für jeden zugänglich machen. (Foto: Viacheslav Lakobchuk_Adobe Stock)

Die berufliche Bildung soll digitaler werden. Dieses Ziel verfolgt die Enquete-Kommission “Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt” des Bundestages und hat nun ihren Abschlussbericht mit entsprechenden Handlungsempfehlungen veröffentlicht. In dem mehr als 500 Seiten langen Bericht wird vor allem die Wichtigkeit eines freien Zugangs zur digitalen beruflichen Weiterbildung für alle Auszubildenden betont, aber auch die Qualifizierung bestehender und die Rekrutierung neuer Lehrkräfte.

Für eine Digitalisierung der kompletten deutschen Ausbildungswelt müsse zunächst die nötige Infrastruktur bereitgestellt werden, sagt Beate Walter-Rosenheimer (Bündnis 90/ Die Grünen), eine der 19 Abgeordneten, die gemeinsam mit 19 Sachverständigen aus der Praxis, Verbänden und Wissenschaft in den vergangenen drei Jahren das Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet und diskutiert haben. Qualifizierte IT-Fachkräfte müssten dafür an den beruflichen Schulen eingesetzt werden, gleichzeitig sollte dem sich anbahnenden Lehrkräftemangel mit einer Recruitingsoffensive entgegengewirkt werden. Bestehende Lehrkräfte sollten hinsichtlich der Bedienung von technischen Endgeräten und dessen Einbindung in den Unterricht weitergeschult werden, heißt es im Bericht.

Finanzielle Unterstützung für Azubis

Zu dieser im Optimalfall erschaffenen Infrastruktur sollten alle Auszubildenden und solche, die es gerne werden möchten, Zugang haben. Dafür soll das Schulgeld in einigen Berufsausbildungen abgeschafft werden. Dies gilt vor allem für die Bereiche Gesundheit, Erziehung und Soziales. Auch sei es hilfreich, zusätzliche Wohnheime für Auszubildenden zu errichten sowie ein länderübergreifendes Azubi-Ticket nach dem Modell des 365-Euro-Ticket einzuführen. Eine Lernmittelfreiheit wird zudem von der Enquete-Kommission angestrebt. Mittels Zuschüssen sollte sichergestellt werden, dass sich jeder Azubi einen Laptop anschaffen kann. Dies entlaste die Auszubildenden finanziell und ermögliche sozial schwächer gestellten Menschen, sich eine Ausbildung leisten zu können. In diesem Zusammenhang wird auch eine Erhöhung von Bildungskrediten und höhere Fördersätze bei einer neu aufgesetzten Bildungsprämie empfohlen.

Der freie Zugang zur beruflichen Ausbildung ist aber nicht nur an die finanzielle Situation der Azubi geknüpft, sondern auch an deren geistigen und körperlichen Zustand. Deshalb fordert Enquete-Kommissions-Mitglied Birke Bull-Bischoff (Die Linke) mehr sozialpädagogische Begleitung für Menschen mit Behinderungen oder Lernschwierigkeiten. Wichtig sei es auch, dass die berufliche Bildung in der Gesellschaft wieder als gleichwertig mit einer akademischen Qualifizierung wahrgenommen werde, sind sich die Kommissionsmitglieder einig. Die beruflichen Chancen, die eine Ausbildung mit sich ziehe, müssten besser kommuniziert werden.

Katrin Staffler, Obfrau der Unionsfraktion in der Enquete-Kommission fasst die Empfehlungen zusammen: “Digitalisierung und Digitalkompetenz dürfen keine Eliteprojekte sein. Wir brauchen die Modernisierung in Breite, in jedem Betrieb, jeder Schule in jedem Kopf.” Der Abschlussbericht der Enquete-Kommission wurde an Bundespräsident Wolfgang Schäuble (CDU) übergeben. Im Bundestag wurde bereits über die Empfehlungen diskutiert. Das Ergebnis: Die meisten Mitglieder erachten sie als wertvoll. Der vollständige Bericht kann hier gelesen werden.

 

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.

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