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Fast jeder Dritte macht erstmal Pause

Eine junge Frau steht nachdenklich vor einer Tafel, auf der
Vielen Abiturienten fällt es schwer, eine Entscheidung über den beruflichen Weg zu treffen.
Foto: © contrastwerkstatt/Fotolia.de

Fast drei Viertel der Abiturienten (74 Prozent) planen nach dem Schulabschluss ein Hochschulstudium. Ein halbes Jahr nach Verlassen der Schule haben bereits 50 Prozent der Studienberechtigten ein Studium aufgenommen und 16 Prozent befinden sich in einer Berufsausbildung. Fast jeder dritte Abiturient (30 Prozent) legt nach der Schule jedoch erst einmal eine Übergangsphase ein, etwa um Zeit im Ausland zu verbringen, zu jobben oder einen Freiwilligendienst anzutreten – im Jahr 2012 waren es erst 25 Prozent. Als Gründe dafür nennen die jungen Menschen immer häufiger den Wunsch, nach der Schule erst einmal eine Pause machen oder längere Zeit ins Ausland zu wollen, aber auch Unschlüssigkeit über den beruflichen Werdegang ist ein Motiv. Ihre berufliche Zukunft sehen die meisten Abiturienten hierzulande jedoch positiv: 73 Prozent prognostizieren für sich selbst gute bis sehr gute Berufsaussichten.

Fast vier von zehn Abiturienten sind sich über eigene Interessen unklar

Für 43 Prozent der Abiturienten ist die Anzahl der Möglichkeiten nach dem Schulabschluss allerdings nur schwer überschaubar, 42 Prozent sehen Zulassungsbeschränkungen als Problem. 38 Prozent sind sich über die eigenen Interessen unklar und 24 Prozent sehen die Finanzierung von Studium oder Ausbildung als Problem. Das geht aus einer neuen Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) hervor, für die Studienberechtigte des Abschlussjahrgangs 2015 jeweils ein halbes Jahr vor und nach Verlassen der Schule befragt wurden. An der ersten Befragung beteiligten sich 29 905 Personen, an der zweiten 8953.

Migranten streben eher ein Studium an als Nichtmigranten

Die Studie beleuchtet die Pläne und Entscheidungen der Abiturienten auch nach Merkmalen wie Geschlecht, Bildungsherkunft oder Migrationshintergrund. Danach entscheiden sich Abiturienten ohne akademisch gebildete Eltern eher für eine Berufsausbildung als diejenigen aus einem akademischen Elternhaus. Studienberechtigte mit Migrationshintergrund haben dagegen häufiger die Absicht zu studieren als jene ohne Migrationshintergrund. Frauen tendieren im Vergleich zu Männern häufiger dazu, eine Ausbildung zu beginnen oder sich nach Schulabschluss zunächst eine Übergangstätigkeit zu suchen.

Duales Studium bekommt etwas mehr Zulauf

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung ist, dass das duale Studium neben dem regulären Studium an Universitäten und Fachhochschulen etwas attraktiver geworden ist. Während 2008 fünf Prozent der Befragten ein duales Studium aufgenommen haben, waren es 2015 bereits neun Prozent. Die Motive dafür sind laut Studie die starke Praxisorientierung und die frühe finanzielle Unabhängigkeit vom Elternhaus.

Die Studie steht zum > Download zur Verfügung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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