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Karrieresprung für jeden

Portrait von Irene Quaranta
Irene Quaranta, Vice President Human Resources bei GRD; Foto: Fresenius Medical Care

Von der Facheinkäuferin zur Anwendungsentwicklerin, von der Projektmanagerin zur global verantwortlichen Führungskraft oder vom Key-Account-Manager zum Vorstand – das sind Karrierebeispiele, die bei Fresenius Medical Care, dem weltweit führenden Dialyse-Anbieter nicht unüblich sind. Im Bereich GRD arbeiten zum Beispiel Naturwissenschaftler, Ärzte, Ingenieure oder Fachkräfte aus dem technischen Bereich. So vielfältig die beruflichen Hintergründe, so vielfältig auch die Karrierewege. Die klassische Aufstiegskarriere als alleiniges Modell kann nicht einer Organisation gerecht werden, in der Fach- und Führungskräfte gleichwertig sind. Vor rund fünf Jahren hat die Organisation mit mehr als 800 Mitarbeitern daher drei Karrierepfade implementiert: die Führungskarriere, die Experten- und die Projektkarriere. “In jedem Pfad hat man die Chance, sich auf das höchste Management-Level zu entwickeln”, sagt Irene Quaranta, die als Vice President Human Resources den Personalbereich von GRD weltweit verantwortet. Dafür ist sie selbst der beste Beweis: Als gelernte Berufsschullehrerin für Textil- und Bekleidungstechnik verantwortete sie zunächst in der Fresenius-Holding das Talent Management, bevor sie vor drei Jahren für den globalen Forschungs- und Entwicklungsbereich des Konzerns die Gesamtverantwortung Personal übernahm.

Gleichwertige Karrierepfade

Um den Wechsel von einem Pfad in einen anderen zu ermöglichen, ist die Durchlässigkeit wichtig. Eine wesentliche Voraussetzung ist auch, dass die Mitarbeiter in allen drei Pfaden dieselben Kompetenzen haben, wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen. Ein Beispiel: Auch wenn ein Mitarbeiter im Experten-Pfad ein führender Experte im Dialysebereich ist, muss er die Kompetenz haben, in Projekten sein Wissen einzubringen. Auch ein Mitarbeiter, der die Führungskarriere anstrebt, muss genügend Expertenwissen mitbringen, um Experten für sein Innovationsprojekt identifizieren und ausbilden zu können. Ebenso braucht ein Projektleiter, der hochkomplexe Entwicklungsprojekte mit einer Projektdauer von bis zu fünf Jahren managt, exzellente Führungskompetenzen, zumal er crossfunktionale Teams aus unter anderem Marketing, Produktion und F&E steuert. “Wir machen den Wertbeitrag jedes Pfades transparent und pflegen eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung”, betont Irene Quaranta die Gleichwertigkeit, die sich auch in den Compensation & Benefits ausdrückt: Innerhalb der drei Pfade gäbe es auf dem gleichen Karrierelevel keine signifikanten Unterschiede. Karriereschritte führen ganz selbstverständlich nach oben oder zur Seite. Eine erfolgreiche Karriere definiere sich eben nicht über den Titel, sondern über das Engagement und die Leistung des Einzelnen.

Branchenfremde als Innovationstreiber

Soll eine neue Rolle besetzt werden, wird sowohl intern als auch extern nach einem geeigneten Kandidaten gesucht. Branchenfremde, die zum Beispiel aus der Automobil-, IT- oder Beraterbranche kommen, haben den Vorteil, dass sie neue Perspektiven einbringen: “Sie fördern die Geschwindigkeit unserer Projekte und können Innovationen vorantreiben.” Bei der Auswahl eines Bewerbers ist entscheidend, ob er aus Erfahrungen und Fehlern gelernt und das Potenzial hat, in neuen herausfordernden Situationen erfolgreich zu handeln. Quaranta: “Im Gespräch hinterfragen wir stark die Motivation des Bewerbers, sich neuen Lernherausforderungen stellen zu wollen. Den Weg zu solchen Erfahrungen zu ebnen, ist die wichtige Aufgabe in HR, in enger Zusammenarbeit mit den Führungskräften.” Letztere werden in jährlichen Feedbackgesprächen auch danach beurteilt, in welche herausfordernden Situationen sie ihre Mitarbeiter zur Förderung erwünschter Kompetenzen gebracht haben. Zum Beispiel ermöglichen Fachkonferenzen Experten, ihr Wissen weiterzugeben und sich kritischen Fragen zu stellen, oder ein Mitarbeiter, der sich in eine Führungsrolle entwickeln will, übernimmt als Stellvertreter für einige Wochen die Rolle seines Chefs: “Jeder hat die Chance, sich in einer potenziellen Rolle auszuprobieren. Wir sorgen für die nötige Realitätsnähe und schaffen einen Schutzrahmen.”