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Gut jeder zweite Betrieb unterstützt Weiterbildung

35 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland haben Weiterbildung auf dem Plan.
Foto: © bluedesign/Fotolia.de
35 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland haben Weiterbildung auf dem Plan.
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Seit Beginn des neuen Jahrtausends ist der Anteil der weiterbildenden Betriebe hierzulande deutlich angestiegen. Während sich 2001 nur gut ein Drittel (36 Prozent) der Unternehmen an der Qualifizierung ihrer Mitarbeiter beteiligte, waren es im ersten Halbjahr 2016 mehr als die Hälfte: 53 Prozent aller Betriebe unterstützten die Weiterbildung ihrer Belegschaft. Der Aufwärtstrend wurde nur nach dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise im Herbst 2008 kurzzeitig unterbrochen. Allerdings stagniert der Anteil der Betriebe, die sich in der Weiterbildung engagieren, seit 2011. Das zeigen aktuelle Daten des IAB-Betriebspanels, einer repräsentativen Befragung von rund 16 000 Betrieben durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Mehr Digitalisierung, mehr Fortbildung

Unternehmen, die sich mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen oder moderne Technologien bereits nutzen, engagieren sich sehr viel stärker in der Weiterbildung als andere: So fördern jeweils rund 70 Prozent der Betriebe, die sich intensiv mit modernen Technologien beschäftigen, hier ein großes Einsatzpotenzial sehen oder nach eigener Ansicht bereits gut damit ausgestattet sind, die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Bei Unternehmen, die in diesem Bereich noch zurückliegen, ist dies lediglich bei 40 Prozent der Fall.

Mitarbeiter mit einfachen Tätigkeiten seltener weitergebildet

Der Anteil der Mitarbeiter, die an betrieblich geförderten Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen haben, stieg im betrachteten Zeitverlauf ebenfalls an: Im Jahr 2001 waren erst 18 Prozent der Arbeitnehmer einbezogen. 2016 hingegen nahmen 35 Prozent aller Beschäftigten und damit fast doppelt soviele an solchen Qualifizierungsmaßnahmen teil. Die Analyse zeigt jedoch eine ungleiche Verteilung der betrieblichen Fortbildungsmaßnahmen: Von den Mitarbeitern mit Tätigkeiten, die einen Berufs- oder Hochschulabschluss erfordern, profitierten im vergangenen Jahr 44 Prozent von derartigen Fortbildungen. Dagegen waren es bei Beschäftigten mit einfachen Tätigkeiten lediglich 20 Prozent.

Bei einer stärkeren Beteiligung von Geringqualifizierten an der betrieblichen Weiterbildung könnten sich deren berufliche Entwicklungs-, Einkommens- und Beschäftigungschancen verbessern,

kommentierte IAB-Vizedirektor Ulrich Walwei die Zahlen. Gleichzeitig könnten sich die Unternehmen so zusätzliche Potenziale erschließen. Allerdings sei die Weiterbildung von Geringqualifizierten auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht alleine den Betrieben aufgebürdet werden könne, so Walwei.

Qualifizierungsbeteiligung bei Frauen etwas höher

So gravierende Unterschiede wie bei der Weiterbildungsquote nach Ausbildungsniveau gibt es nicht, wenn man die Verteilung nach Geschlechtern betrachtet: Im ersten Halbjahr 2016 nahmen 38 Prozent der Frauen an betrieblicher Weiterbildung teil, bei den Männern waren es 33 Prozent. Die relativ hohe Weiterbildungsbeteiligung der Frauen sei maßgeblich darauf zurückzuführen, dass sie häufig in Branchen beschäftigt sind, die sich durch ein überdurchschnittliches Weiterbildungsengagement auszeichnen, sagt IAB-Forscherin Ute Leber. Dies gelte zum Beispiel für das Gesundheits- und Sozialwesen oder den Bereich Erziehung und Unterricht, wo der Frauenanteil an den Beschäftigten zuletzt bei 75 und 70 Prozent lag.

Eine tabellarische Übersicht zur betrieblichen Weiterbildung mit weiteren Informationen steht zum > Download bereit.