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Frauen für die duale MINT-Ausbildung gewinnen

Die Gewinner des Hermann-Schmidt-Preises 2019 im Gruppenbild
Die Preisträger des Hermann-Schmidt-Preises 2019 anlässlich der Verleihung am 29. Oktober.
Foto: BIBB

Ziel des Wettbewerbs ist es, auf innovative Ansätze in der Berufsbildungspraxis aufmerksam zu machen, sie zu fördern und als gute Beispiele zur Nachahmung zu empfehlen. Die Auszeichnung wird vom Verein Innovative Berufsbildung e.V., getragen vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn sowie wbv Media in Bielefeld, vergeben. Namensgeber ist der frühere Präsident des BIBB, Prof. Dr. Hermann Schmidt.

Ein Hauptpreis und drei Sonderpreise

Die Wahl des diesjährigen Themas erfolgte, weil sich der Anteil junger Frauen in den dualen MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) bislang trotz zahlreicher Initiativen insgesamt kaum verändert hat. Neben dem mit 3000 Euro dotierten Hauptpreis wurden drei mit je 1000 Euro dotierte Sonderpreise vergeben.

Hauptpreis für das Projekt “girlsatec – Junge Frauen erobern technische Berufe”

Preisträger des Hermann-Schmidt-Preises 2019 ist die ABB Ausbildungszentrum Berlin gGmbH. Sie wurde für das bereits seit 2013 bestehende Projekt “girlsatec – Junge Frauen erobern technische Berufe” ausgezeichnet. Das Projekt richtet sich an junge Frauen und Schülerinnen mit dem Ziel, sie an technische Berufe heranzuführen. Hierzu werden weibliche Azubis oder solche, die eine technische Ausbildung bereits abgeschlossen haben, zu “girlsatec-Botschafterinnen” ernannt, die als Rollenvorbilder dienen sollen. Außerdem gibt es Veranstaltungen, in denen die Schülerinnen die Welt der MINT-Berufe in handlungs- und praxisorientierten Aufgabenstellungen kennenlernen können. Auch Kontakte zu Betrieben sollen für das Thema sensibilisieren.

Computerspiel für Mädchen mit technischen Aufgaben

Ein Sonderpreis ging an die Projektpartner TU Berlin, TU Dresden, Wissenschaftsladen Bonn und Game Studio “the Good Evil”. Gewürdigt wurde das Projekt “SErEnA – Serious Game Erneuerbare Energien zu technischen Ausbildungsberufen für Mädchen”. Die Initiatoren haben gemeinsam das Computerspiel “Serena Supergreen” entwickelt und evaluiert mit dem Ziel, das Interesse von Mädchen für technische Ausbildungsberufe zu stärken. Dabei geht es um eine Abenteuergeschichte, in der 12- bis 16-jährige Mädchen technische Aufgaben aus dem Arbeitsfeld der erneuerbaren Energien spielerisch erproben können. Darüber hinaus entwickelte der Verbund umfassendes Unterrichtsmaterial und Informationen zur Berufsorientierung.

Unterstützung bei der Berufsorientierung im MINT-Bereich

Das Projekt “MINT.FResH” der Jugendwerkstatt Felsberg e.V. erhielt den zweiten Sonderpreis. Es richtet sich an Haupt- und Realschüler/-innen aus den Jahrgangsstufen 7 und 8 und unterstützt diese bei der Berufsorientierung im MINT-Bereich. Jeweils für ein Schuljahr gaben 90-minütige Praxismodule einmal pro Woche einen erlebnisorientierten Einblick in technische Berufe. Das praxisorientierte Entdecken und Ausprobieren wird in den Bereichen Bio/Chemie, Elektronik und IT angeboten; aus jeder Einheit geht ein fertiges und gebrauchsfähiges Endprodukt hervor. Des Weiteren werden Betriebsbesuche bei lokalen Unternehmen und Kontakt zur Berufsberatung angeboten.

Förderung von Frauen im Handwerk

Der dritte Sonderpreis wurde für das Projekt “Frauen im Handwerk” der Beratungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Handwerk und Mittelstand (BWHM) aus Stuttgart vergeben. Ziel des Projekts, an dem weitere Partner beteiligt sind, ist es, um die Ausbildungs- und Erwerbsbeteiligung von Frauen in MINT-Handwerksberufen in Baden-Württemberg zu steigern. Dafür wurden Informations-, Beratungs- und Schulungsmaterialien entwickelt, um ausbildende Handwerksunternehmen für eine familienbewusste Betriebskultur zu sensibilisieren. Ein Workshop für Eltern soll für eine klischeefreie Berufsorientierung sorgen. Zudem wird ein Mentorinnen-Netzwerk zur Unterstützung von jungen Frauen aufgebaut.

Eine Broschüre mit Kurzdarstellungen der prämierten und von weiteren zum Wettbewerb eingereichten Projekten kann > hier heruntergeladen werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.