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Schüler zieht es vermehrt in den öffentlichen Dienst

Ein Polizist in Rückenansicht überwacht Menschen, die hinter einer Absperrung entlanggehen
Die Polizei ist derzeit für Schulabsolventen hierzulande der beliebteste Arbeitgeber. Foto: © Tobias Arhelger/Fotolia.de

Bereits 2017 hatten Schüler den öffentlichen Dienst für den Berufseinstieg am attraktivsten gefunden – die Branche war erstmals beliebter als die Automobilhersteller. In diesem Jahr kann der öffentliche Sektor seinen Vorsprung weiter ausbauen: Mehr als jeder vierte Schüler (26 Prozent) sucht dort einen Ausbildungsplatz oder einen Job. 2016 waren es noch 17 Prozent. Das ist ein Ergebnis des diesjährigen Schülerbarometers von Trendence. Dafür wurden in Deutschland 20 000 Schüler der Klassen acht bis 13 repräsentativ befragt.

Jeder Sechste will zur Polizei

Auf Platz eins der Wunscharbeitgeber der Schüler steht die Polizei; mehr als 16 Prozent wollen sich dort bewerben. Die Bundeswehr erreicht mit knapp 13 Prozent den dritten Platz und der Zoll folgt auf Rang neun mit rund sieben Prozent. Damit befinden sich erstmals seit mehr als zehn Jahren drei Organisationen des öffentlichen Dienstes unter den Top 10 der beliebtesten Arbeitgeber bei Schülern. Offenbar spielen Sicherheitsaspekte bei der Wahl des ersten Arbeitgebers für die Jugendlichen eine immer größere Rolle. Auf den anderen Plätzen der Top-Ten-Liste stehen Adidas (Platz zwei), BMW (Platz vier), Audi (Platz fünf), Daimler/ Mercedes-Benz (Platz sechs), Microsoft (Platz sieben), Porsche (Platz acht) und die Lufthansa (Platz zehn). Zwar rangieren noch vier Automobilhersteller unter den zehn bevorzugten Unternehmen, sie haben jedoch für Schüler an Attraktivität verloren. Insgesamt zieht es nur noch knapp 20 Prozent der Befragten in diese Branche.

Logistik- und Tourismusbranche verliert an Beliebtheit

Auf den öffentlichen Dienst und die Automobilindustrie folgen in der Gunst der Schüler die Branchen Handel und die Konsumgüterindustrie. Platz fünf nimmt die Logistik- und Tourismusbranche ein, die allerdings in den letzten zwei Jahren ein Drittel an Attraktivität verloren hat: 2016 wollten hier noch elf Prozent der Schüler arbeiten, jetzt sind es nur noch sieben Prozent. Die Deutsche Bahn allerdings stieg in der Beliebtheit der Studienteilnehmer von Platz 24 auf 18 und setzt damit einen seit drei Jahren anhaltenden Aufwärtstrend fort.

Schüler setzen weniger auf den Rat von Eltern und Freunden als früher

Die Befragungsergebnisse zeigen auch, dass sich Schüler bei der Berufswahl heute stärker auf sich selbst verlassen als früher. Der Einfluss von Verwandten, Freunden und Lehrern ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen, so die Studie. Den Austausch mit ihren Eltern finden derzeit 58 Prozent der Schüler hilfreich – 2015 waren die Eltern als Ratgeber jedoch noch für mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Schüler relevant. Ein knappes Drittel setzt aktuell noch auf den Rat von Freunden.

Smartphone und Social Media legen bei der Berufsrecherche zu

Dass sich Schüler weniger für die Beratung von Eltern und Freunden interessieren, könnte auch damit zusammenhängen, dass sie sich immer öfter – und auch immer früher – im Internet zum Thema Beruf und Karriere umschauen. Dabei hat die Information per Smartphone inzwischen die via Computer überholt: Zwei Drittel der Schüler recherchieren am Handy über Ausbildung und Co – das sind 17 Prozent mehr als im Vorjahr, als die Informationssuche noch hauptsächlich am PC geschah. Auch die Recherche über Social Media gewinnt an Bedeutung: In diesem Jahr nutzt mehr als jeder zweite Schüler dafür soziale Netzwerke gegenüber lediglich rund 40 Prozent in 2017.

Eine Übersicht der 100 beliebtesten Arbeitgeber für Schüler sowie die Rankings nach Branchen gibt es > hier.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.