Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Innovative Bildungsprojekte ausgezeichnet

Mit dem Hermann-Schmidt-Preis prämiert der Verein “Innovative Berufsbildung” jährlich beispielhafte und nachahmenswerte Projekte und Initiativen der Berufsbildungspraxis. Träger Vereins sind das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und der W. Bertelsmann Verlag (wbv). Namensgeber ist der frühere Präsident des BIBB, Prof. Dr. Hermann Schmidt. Die diesjährige Preisverleihung fand am 10. November im Rahmen einer gemeinsamen Fachtagung des BIBB und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) statt. 34 Projekte wurden für den Wettbewerb eingereicht, eines davon erhielt den Hermann-Schmidt-Preis und 3000 Euro, drei weitere wurden mit Sonderpreisen und je 1000 Euro gewürdigt.

Projekt zur Unterstützung minderjähriger unbegleiteter Ausländer

Der Hermann-Schmidt-Preisträger 2016 ist das Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW gGmbH (BFW), Ausbildungszentrum (ABZ) Kerpen. Ausgezeichnet wurde das “Projekt zur Unterstützung minderjähriger, unbegleiteter Ausländer” (PUumA). Das ABZ Kerpen hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Kerpen im Oktober 2015 insgesamt 19 minderjährige, unbegleitete Geflüchtete im hauseigenen Internat aufgenommen. Dort erhielten die Jugendlichen zunächst einen Intensiv-Sprachkurs sowie einen Integrationskurs. Einmal in der Woche werden in Fachpraxis-Einheiten baufachliche Kompetenzen in den Bereichen Mauerwerks-, Rohrleitungs- und Holzbau gefördert. Die Jugendlichen besuchen inzwischen die Ausbildungsvorbereitungsklassen des angeschlossenen Berufskollegs. Ziel ist es, die jungen Geflüchteten in 2017 in eine baufachliche Ausbildung zu vermitteln. Die Jury würdigte das Projekt insbesondere wegen des umfassenden und ganzheitlichen Betreuungsansatzes sowie seiner vorteilhaften Struktur als innovativ und vorbildlich.

Qualifizierung zu Elektrikern für Betriebstechnik

Einen Sonderpreis bekam die Initiative “Ankommen in Deutschland” der DB Fernverkehr AG aus München. Ziel des ganzheitlichen Qualifizierungsprogramms ist es, erwachsene Geflüchtete mit elektrotechnischer Berufserfahrung zu IHK-anerkannten Elektrikern für Betriebstechnik zu qualifizieren, langfristig im Unternehmen zu beschäftigen und somit auch einen Beitrag zum dringenden Fachkräftebedarf der Deutschen Bahn zu leisten. Das Projekt startete im November 2015 mit 24 Teilnehmenden. An den zunächst erfolgten Sprachkurs schließt sich seit Mai 2016 eine bis zu 28 Monate dauernde Umschulung mit einer Kombination aus Berufsschule (mit fachgebundenem Deutschunterricht), fachlicher Ausbildung sowie einem Betriebspraktikum an. Die Jury hob besonders den ganzheitlichen Ansatz des Projektes, seine Kooperationsstruktur sowie das hohe Transferpotenzial hervor.

Eignungsfeststellung, Berufsorientierung und Kenntnisvermittlung

Das Projekt “Eignungsfeststellung, Berufsorientierung und Kenntnisvermittlung für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge” der Handwerkskammer Flensburg erhielt den zweiten Sonderpreis. Bei dieser Aktivierungs- und Vermittlungsmaßnahme geht es darum, die Integration von minderjährigen unbegleiteten Geflüchteten in Ausbildung und Arbeit zu fördern. Die beruflichen Inhalte und Ziele lauteten: Heranführung an den Arbeitsmarkt, Feststellung, Beseitigung oder Verringerung von Vermittlungshemmnissen sowie Kenntnisvermittlung im gewerblich-technischen Bereich (Frisör, Elektro, Holz und Metall). Begleitet und ergänzt wird die Maßnahme durch zusätzlichen Berufsschul- und speziellen Deutschunterricht sowie ein betriebliches Praktikum. Das Projekt startete offiziell im Oktober 2015 mit 24 Teilnehmenden. Mittlerweile haben 34 das Projekt beendet. Acht Teilnehmer haben am 1. August 2016 eine reguläre Ausbildung begonnen und 19 sind in eine Einstiegsqualifizierung eingemündet. Die Jury zeichnete das Projekt vor allem wegen der kreativen und innovativen Maßnahmen, des hohen Transferpotenzials und der komplexen Kooperationsstruktur aus.

Sonderpreis für bürgerschaftliches Engagement

Der Sonderpreis für bürgerschaftliches Engagement ging an eine Gemeinschaftsinitiative Frankfurter Unternehmen und der Stadt Frankfurt am Main mit lokalen Kooperationspartnern. Sie hatte das Projekt “Berufliche Integration von Flüchtlingen in Frankfurt/Rhein-Main” (BIFF) initiiert mit dem Ziel, Geflüchtete und junge Zuwanderer ab 16 Jahren in Arbeit und Ausbildung zu integrieren. Hierzu erhielten 140 Geflüchtete im Frühjahr 2016 mittels Betriebsbesuchen, Berufe-Camps und in Werkstätten einen Einblick in die Vielfalt der Berufswelt aus den Bereichen Elektro, Metall und Mechatronik, Chemie, Lebensmitteltechnik, Logistik, Garten- und Landschaftsbau, Gebäudereinigung, Schutz und Sicherheit, Küche und in verschiedenen kaufmännischen Berufen. Aktuell werden individuelle Qualifizierungsmaßnahmen wie zum Beispiel Einstiegsqualifizierungen durchgeführt, die 2017 in Ausbildung oder Beschäftigung führen sollen. Die Jury würdigte insbesondere die Vielzahl der Projektpartner, die branchenübergreifende Zusammenarbeit und das hohe Engagement der Unternehmenspartnerschaft, die offen für weitere Interessierte ist.

Eine Broschüre mit Kurzdarstellungen der prämierten und weiterer zum Wettbewerb eingereichten Projekte steht > hier zum Download bereit.

Ihre Meinung zählt!
An Nutzerbefragung teilnehmen & Prämie sichern
Jetzt mitmachen »
ihre meinung zählt!
An Nutzerbefragung teilnehmen & Prämie sichern
Jetzt mitmachen »