Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Kammern unterstützen KMU zum Thema Qualifizierung

Hand auf PC-Tastatur mit Aufschrift
Viele KMUs wenden sich zwecks Digitalisierungsberatung an die Kammern.
Foto: © momius-stock.adobe.com

Die Digitalisierung – ob Künstliche Intelligenz (KI) oder neue Techniken wie 3D-Druck und Robotik – stellen Industrie, Handel und Handwerk derzeit vor große Herausforderungen, insbesondere bei der Qualifizierung ihrer Mitarbeiter. Dabei fungiert die duale Berufsausbildung als starker Hebel, um die Digitalisierung der Betriebe voranzubringen. Das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat kürzlich 40 Kammervertretungen zu ihrem Engagement und den Erfahrungen in Sachen Digitalisierung in der betrieblichen Bildung befragt.

Betriebe suchen zumeist Rat zu den Themen E-Commerce, Marketing und KI-Recruiting

Die meisten Kammern haben das Digitalisierungsthema in Rahmenplänen, Fortbildungen oder Zusatzqualifikationen verankert. Treiber bei den IHKs sind unter anderem die neugeordneten Metall-, Elektro- und IT-Berufe sowie neue Berufe wie etwa “Kaufmann/Kauffrau für E-Commerce”. Wenn sich Unternehmen zur Beratung und Flankierung von Digitalisierungsmaßnehmen an die IHKs und Handwerkskammern wenden, geht es zumeist um die Themen E-Commerce, Marketing und KI-Recruiting. Viele Unternehmen wollen neue Online-Vertriebswege aufbauen und suchen dazu Rat und Unterstützung. Andere planen, neue computergestützte Verfahren einzusetzen, um schnell passende Bewerber für offene Stellen zu finden. In den gewerblich-technischen Betrieben geht es häufig auch um den Einsatz neuer Fertigungsanlagen –Stichwort Industrie 4.0 – und in Dienstleistungsunternehmen stehen beispielsweise Optimierungsmöglichkeiten und die IT-basierte Reorganisation von Workflows und Administration im Mittelpunkt.

Automatisierung in großen Unternehmen weiter fortgeschritten

Der Report zeigt, dass das Thema Digitalisierung für Unternehmen in Kammerbezirken mit hohem Industrialisierungsgrad besonders wichtig ist, zum Beispiel mit einem hohen Anteil an Automobilindustrie. Im Handwerk sind die Kfz-Betriebe und das Elektrohandwerk am aktivsten. Generell sind große Unternehmen in Sachen Digitalisierung durchgängig weiter. Für kleinere Unternehmen und vor allem für das Handwerk hat das Thema deutlich weniger Priorität und wird angesichts einer hohen Arbeitsbelastung eher “on-top” behandelt, so der IAQ-Report. Laut Befragung haben alle Unternehmen, vor allem KMU, einen großen Informations- oder Nachholbedarf, was die Digitalisierung betrifft. Dabei dominieren Automatisierung, Industrie 4.0, E-Commerce und Digitales Marketing. Als noch ausbaufähig bezeichnet der Report digitale Medien in und für die Ausbildung.

Grundsätzlich sollte sich die Unterstützung von Unternehmen beim Ausbau der Digitalisierung – auch in der Ausbildung – unmittelbar am Bedarf orientieren und nicht Industrie 4.0 als Zeitgeist-Thema in den Vordergrund stellen,

rät die IAQ-Forscherin Dr. Sirikit Krone. Sinnvoll seien etwa Maßnahmen, die helfen, eine gute Auftragslage zu bewältigen oder das Unternehmen in puncto Datensicherheit fit zu machen.

Der Report “Digitalisierung in der betrieblichen dualen Berufsausbildung – Die Rolle der Kammern” steht > hier als Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.