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Mobile Learning – aktueller Stand in der DACH-Region

Lernprogramm auf Tablet mit Überschrift
Mobiles Lernen via Tablet oder Smartphone wird inzwischen von knapp jedem dritten Unternehmen angeboten.
Foto: © Rawpixel.com/Fotolia.de

Das Thema Mobile Learning in der digitalen Aus- und Weiterbildung ist häufig im Gespräch. Doch was steckt tatsächlich hinter dem Hype? Derzeit setzt nicht einmal jedes dritte Unternehmen im deutschsprachigen Raum mobile Lernmedien ein, allerdings ist der Anteil der Unternehmen, die sie bereits nutzen oder dies planen, in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Welche Formate am beliebtesten sind und welche Hindernisse es gibt, zeigt eine aktuelle Studie.

Mit der Forderung nach mehr Mobilität der Mitarbeiter und Flexibilisierung der Arbeitsprozesse geht der Ruf einher, Unternehmen müssten auch bei ihren Lernangeboten mobiler und flexibler werden. Die Digitalisierung verstärkt diesen Druck noch. Aktuell setzen 29,3 Prozent der Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mobile  Endgeräte in der eigenen Aus- und Weiterbildung ein. Weitere 30,1 Prozent geben an, den Einsatz zu planen. 40,4 Prozent nutzen Mobile Learning weder noch beabsichtigen sie dies – dieser Prozentsatz lag allerdings 2016 noch bei 61 Prozent.

Große Unternehmen liegen bei der Nutzung mit Abstand vorn

Große Unterschiede bei der Nutzung gibt es je nach Unternehmensgröße: Von Großunternehmen ab 25 000 Mitarbeitern setzt fast die Hälfte (46,9 Prozent) auf mobiles Lernen, während der Durchschnittswert aller anderen Unternehmensgrößen gerade einmal bei rund einem Viertel (26 Prozent) liegt. Außerdem unterscheidet sich die Nutzung je nach Branche. Im verarbeitenden Gewerbe zum Beispiel ist die Verbreitung mit lediglich 17,4 Prozent vergleichweise niedrig, obwohl sich mobiles Lernen dort für mehrere Zielgruppen und Situationen anbietet. Das sind Ergebnisse der aktuellen Teilstudie “Mobile Learning im praktischen Einsatz” 2018 der E-Learning Benchmarking Studie, die die Redaktion des eLearning Journals seit 2014 jährlich durchführt. An der repräsentativen Teilstudie nahmen 740 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil, davon 78,9 Prozent aus Deutschland.

Hauptgründe für den Einsatz mobilen Lernens: Zeitliche und örtliche Flexibilität

Gefragt nach den Argumenten, die für Mobile Learning sprechen, nannten die meisten (87,5 Prozent) zeitliche Flexibilität, dicht gefolgt von örtlicher Flexibilität (86,6 Prozent). Rund zwei Drittel der Studienteilnehmer (65,2 Prozent) gaben als Motiv an, dass Smartphones und Tablets neue Möglichkeiten eröffnen. 60,2 Prozent sagten, sie wollten ihr Lernangebots an das Nutzerverhalten anpassen. 47,7 Prozent möchten mit den mobilen Möglichkeiten  neue Zielgruppen für E-Learning erschließen und 43,6 Prozent versprechen sich damit eine Steigerung der Akzeptanz bei den Lernenden. Immerhin 41,4 Prozent sind der Meinung, dass sich Mobile Learning positiv auf die Lernmotivation auswirkt. In 39,3 Prozent der Unternehmen, die Mobile Learning einsetzen, spielte der Wunsch der Mitarbeiter eine Rolle für die Einführung. Die Geschäftsführung wünschte die Einführung mobilen Lernens lediglich bei 17,3 Prozent der Unternehmen und die Personalabteilung war nur in 16,6 Prozent der Fälle der Initiator.

WBTs, Videos und Quizformate am verbreitesten

Bei den Fragen zu den mobilen Lernformaten gibt es laut Befragung klare Präferenzen, so zählen WBTs und Videos zu den wichtigsten Lernformaten: 88,7 Prozent der Unternehmen, die bereits Mobile Learning nutzen, nutzen WBTs und weitere 6,5 Prozent planen den Einsatz. An zweiter Stelle stehen Videoformate mit 86,7 Prozent. Quizfragen werden von 78 Prozent eingesetzt. Lernangebote, die auf neuen Technologien wie Augmented und Virtual Reality, Beacons, QR-Codes und Künstlicher Intelligenz basieren, sind zwar noch weniger im Einsatz, rücken aber nach. Als Betriebssysteme bevorzugen die Studienteilnehmer bei den firmeneigenen Endgeräten mit 53,5 Prozent iOS/Apple.

Es hapert weiterhin an der Didaktik

Rund zwei Drittel der befragten Unternehmen bieten Lerninhalte an, die die Mitarbeiter sowohl mobil als auch auf dem PC nutzen können. Allerdings gibt es in Sachen Didaktik Nachholbedarf, denn knapp 41 Prozent der Lerninhalte sind nicht für den Einsatz auf mobilen Endgeräten angepasst. Abgesehen davon haben fast drei Viertel (73 Prozent) der Mitarbeiter von unterwegs nur mit einer Internetverbindung Zugriff auf ihre Lerninhalte.

Mangelnde Infrastruktur, Kosten und fehlende Lerninhalte als Hemmnisse

Die Studienteilnehmer wurden auch danach gefragt, wo aus ihrer Sicht Hindernisse für den Einsatz von Mobile Learning liegen. Die meisten (49,5 Prozent) nannten die fehlende Infrastruktur. 36,2 Prozent führten die Kosten an, etwa für die Anschaffung von Smartphones und/oder Tablets. Für 33,6 Prozent der Firmen stellt der Mangel an kompatiblen Lerninhalten für mobile Endgeräte eine Hürde dar und in rund jedem fünften Unternehmen (21,6 Prozent) unterstützt das vorhandene LMS noch nicht den Einsatz von Mobile Learning.

Die Studie, die von time4you unterstützt wurde, kann > hier zum Download bestellt werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.