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Zukunft der Arbeit – Trends und Hürden

PC-Tastatur, auf der Enter-Taste steht
Flexible Arbeitsmodelle sind einer der aktuellen Trends. Mitarbeiter befürchten dadurch jedoch auch geringere Austiegschancen.
Foto: © momius/Fotolia.de

Veränderungen in Unternehmen sind derzeit an der Tagesordnung. 96 Prozent der deutschen Firmen planen gegenwärtig Veränderungen im Organisationsdesign. 94 Prozent haben Innovationen als Kernthema auf ihrer Agenda. Die Führungskräfte sind recht zuversichtlich, dass HR als strategischer Partner die Weichen für die Zukunft stellen kann: Rund zwei Drittel (69 Prozent) geben an, dass HR die Personalstrategie mit den strategischen Prioritäten des Unternehmens in Einklang bringt. Das sind Ergebnisse der “Talent Trends Study 2018″von Mercer. Dafür wurden über 7600 leitende Führungskräfte, Personalverantwortliche und Mitarbeiter aus 44 Ländern befragt.

Die Fähigkeit zur Veränderung wird mehr und mehr zum entscheidenden Faktor für den Erfolg im globalen Wettbewerb. Die große Herausforderung besteht darin, die Mitarbeiter mit auf die Reise zu nehmen und ihnen den Weg aufzuzeigen,

sagt Sebastian Karwautz, Leiter des Bereichs Career Central & Eastern Europe bei Mercer. Die gute Nachricht sei aber, dass Mitarbeiter genau das fordern und wollen, dass Führungskräfte eine klare Richtung vorgeben”, so Karwautz.

Arbeitsplatzverlagerungen und “Ausleihen” von Talenten im Trend

Ein Trend, so die Studie, sei, dass mehr Unternehmen auf flachere und stärker vernetzte Strukturen setzen. Von den Firmen, die die größte Disruption erwarten, planen 40 Prozent, ihre Organisationsstruktur abzuflachen. 54 Prozent der Führungskräfte gehen davon aus, dass mindestens jede fünfte Rolle in ihrem Unternehmen in den nächsten fünf Jahren nicht mehr existieren wird. Daher seien Arbeitsplatzverlagerungen und Umschulungen für Unternehmen überlebenswichtig, so die Studie. Bislang sind 59 Prozent der Personalverantwortlichen zuversichtlich, dass sie ihre Mitarbeiter entsprechend umschulen können. 58 Prozent denken, dass es ihnen gelingt, neues Personal mit den erforderlichen Fähigkeiten einzustellen. Ein Drittel (31 Prozent) der Unternehmen verbessert den Zugang zu Online-Lernkursen und jeder fünfte Arbeitgeber (20 Prozent) lässt seine Mitarbeiter im Unternehmen rotieren.

Allerdings erwarten 85 Prozent der Führungskräfte, dass sich der “War for Talents” noch zuspitzt. Eine Maßnahme besteht darin, sich Talente “auszuleihen”; mehr als jedes dritte deutsche Unternehmen plant dies für das laufende Jahr. Dieser “Plattform-Ansatz” für Talente bedeutet, dass alle im Unternehmen auf Talente zum Nutzen aller zugreifen können, was einen Mentalitätswandel erforderlich mache, so die Autoren.

Deutschen Mitarbeitern mangelt es an digitalen Tools

Was die Digitalisierung direkt betrifft, so haben deutsche Unternehmen laut Studie Nachholbedarf. Nur acht Prozent sehen sich heute als digitale Organisation – im internationalen Schnitt sind es doppelt so viele. 53 Prozent der Mitarbeiter hierzulande sind der Meinung, dass modernste Tools für den Erfolg wichtig sind, aber lediglich 38 Prozent sagen, dass sie über die für ihre Arbeit notwendigen digitalen Tools verfügen. Nur ein Drittel (33 Prozent) gibt an, mit der Personalabteilung digital zu interagieren.

Jeder zweite Arbeitnehmer wünscht sich mehr Flexibilität

Ein wichtiger Trend ist permanente Flexibilität: 77 Prozent der Führungskräfte sehen flexibles Arbeiten als Kernstück ihres Leistungsversprechens an die Mitarbeiter an. Als Branchenführer bei der Ermöglichung von Flexibilität betrachten sich jedoch nur drei Prozent der HR-Führungskräfte in Deutschland. Von den befragten Arbeitnehmern wünscht sich fast die Hälfte (47 Prozent) mehr Flexibilität. Allerdings befürchten 43 Prozent, dass die Wahl flexibler Arbeitsbedingungen ihre Aufstiegschancen beeinträchtigt.

Ohne Karriereaussichten dreht jeder Dritte dem Arbeitgeber den Rücken

Neben flexiblen Arbeitsmodellen wünschen sich die Mitarbeiter auch, einen Sinn in ihrer Tätigkeit zu finden und sehnen sich nach Freiräumen zum Lernen und Experimentieren. Wird diese Sehnsucht nicht erfüllt, sind Arbeitnehmer zum Absprung bereit, so die Studie. Außerdem wollen 34 Prozent der deutschen Mitarbeiter, die mit ihrem Job zufrieden sind, das Unternehmen trotzdem verlassen, weil sie die gebotenen Karrieremöglichkeiten als unzureichend wahrnehmen. Ebenfalls wichtig für die Arbeitnehmer ist die Fairness bei der Vergütung und bei Nachfolgeregelungen. Nur 39 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland finden, dass ihr Arbeitgeber bei Gehalts- und Beförderungsentscheidungen gerecht handelt; weltweit liegt der Anteil bei 53 Prozent.

Der vollständige Report kann > hier zum Download angefordert werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.