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Mehr Jobchancen nach Berufsqualifizierung

Fast alle Weiterbildungen mit Berufsabschlüssen gehen mit positiven Beschäftigungswirkungen einher. Vier Jahre nach Beginn der Weiterbildung mit einem Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf ist die Wahrscheinlichkeit, einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachzugehen, bei weiblichen Teilnehmern 20 Prozent höher als bei vergleichbaren Frauen, die keine Weiterbildung absolviert haben. Bei Männern liegen die Effekte der Teilnahme mit rund zwölf Prozent etwas niedriger. Das sind Ergebnisse einer neuen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Der Beschäftigungseffekt von Weiterbildungen mit Berufsabschluss wurde sowohl bei Teilnehmern untersucht, die zuvor noch nie eine Ausbildung abgeschlossen hatten, als auch bei Arbeitslosen, die mit der Maßnahme einen zweiten Berufsabschluss erworben haben.

Abschlüsse in Gesundheitsberufen am effektivsten

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Weiterbildung Wirkung zeigt, ist jedoch je nach Beruf unterschiedlich hoch. Die Studie zeigt, dass Weiterbildungen mit einem Abschluss in den Gesundheitsberufen den stärksten Beschäftigungseffekt haben. Hier liegt die Chance für Frauen, nach vier Jahren eine Arbeitsstelle zu haben, um rund 30 Prozent höher als bei Nichtteilnehmerinnen. Bei den Männern ist die Wahrscheinlichkeit, in Arbeit zu sein, rund 20 Prozent höher als bei Nichtteilnehmern.

Kaufmännische Weiterbildung nützt nur Frauen

Von den Berufen, die männliche Teilnehmer am häufigsten anstreben, zeigen auch Verkehrsberufe eine sehr ausgeprägte Wirkung, gefolgt von produktionsbezogenen Berufen. Kaum einen Effekt für Männer haben dagegen Weiterbildungen mit Abschluss als Koch oder in einem kaufmännischen Büroberuf. Für Frauen jedoch wirkt sich eine Qualifizierung in einem kaufmännischen Büroberuf deutlich positiv auf die Beschäftigungsquote aus. Am wenigsten profitieren weibliche Teilnehmer von Weiterbildungen in Berufen der Körperpflege. Allerdings geben die IAB-Forscher hier zu bedenken, dass sich gerade in diesen Berufen ein nicht zu vernachlässigender Teil der Frauen nach der Maßnahme selbständig macht. Für die Studie wurde aber nur der Eintritt in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse untersucht, so dass die Wirkung einer Weiterbildung hier höher sein als die Daten nahelegen.

Datengrundlage der Studie sind die Integrierten Erwerbsbiografien des IAB; dabei handelt es sich um Informationen zu Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Maßnahmeteilnahmen, die bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) vorliegen.

Die IAB-Studie ist > hier abrufbar.