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Mehrheit der Mitarbeiter will sich digital weiterbilden

Scrabble-Steinchen mit Aufschrift
Drei Viertel der Deutschen wünschen sich vom Arbeitgeber mehr Fortbildung in Sachen Digitalisierung.
Foto: © magele-picture/StockAdobe

Hierzulande sagen 74 Prozent der Berufstätigen, dass sich ihr Tätigkeitsprofil bereits aufgrund der Digitalisierung teilweise oder sogar stark verändert hat. Ebenso viele erwarten künftig weitere Veränderungen durch neue Technologien wie intelligente Software und Roboter. Was das Weiterbildungsangebot ihres Unternehmens zu digitalen Themen betrifft, so hält es lediglich rund jeder Achte (zwölf Prozent) für gut. 74 Prozent der Beschäftigten wünschen sich von ihrem Arbeitgeber mehr Weiterbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich. Das sind Ergebnisse der Studie “Digital-fit im Job?” von > EY, an der 1000 Mitarbeiter und Führungskräfte teilgenommen haben. Nelson Taapken, Partner bei EY und Fachmann für den digitalen Wandel im Personalbereich, mahnt Unternehmen an, passende Fortbildungskonzepte und -angebote zur Verfügung zu stellen, denn die Lernbereitschaft der Mitarbeiter sei vorhanden. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass Leistungsträger zu anderen Arbeitgebern wechseln, die die gewünschte Weiterbildung anbieten.

Vier von zehn Mitarbeiter wollen selbst über digitale Qualifizierungsinhalte entscheiden

Gefragt nach den Weiterbildungsinhalten, die aufgrund der Digitalisierung notwendig sind, nannten die Studienteilnehmer Fachthemen wie Künstliche Intelligenz und Automatisierung, aber auch Persönlichkeitsentwicklung, soziale Kompetenzen– etwa Kommunikation und Führung – und Innovationskompetenz. Knapp 40 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass jeder Mitarbeiter selbst entscheiden sollte, mit welchen Maßnahmen er sich auf den digitalen Wandel vorbereitet. 30 Prozent sagen, der Vorgesetzte verfüge über die nötigen Kompetenzen für die Auswahl geeigneter Weiterbildungsmaßnahmen. 27 Prozent vertrauen hier auf das Knowhow der jeweiligen Fachabteilung. Nur vier Prozent denken, dass die Personalabteilung entscheiden sollte, welche Fortbildungen sich für die Mitarbeiter eignen. Laut EY hat HR Nachholbedarf sowohl hinsichtlich des Angebots für Mitarbeiter als auch hinsichtlich der Erarbeitung von Konzepten für die Digitale Weiterbildung.

Mitarbeiter wenden weniger Zeit für Weiterbildung auf als Vorgesetzte

Nachholbedarf gibt es laut EY auch bei der für Weiterbildung aufgewendeten Zeit. Knapp die Hälfte der Befragten (46 Prozent) bildet sich weniger als eine Stunde pro Woche weiter – inklusive Austausch in Fachforen und Lesen von Fachliteratur. Rund ein Viertel (27 Prozent) investiert eine bis unter zwei Stunden. 60 Prozent der Studienteilnehmer halten ihren Einsatz selbst für zu gering. Auffällig ist die Differenz zwischen dem Fortbildungsengagement der Fachkräfte gegenüber dem der Führungskräfte: Von den Führungskräften nutzt lediglich ein Viertel (24 Prozent) weniger als eine Stunde wöchentlich zur Weiterbildung, während es bei den Fachkräften gut jeder zweite (53 Prozent) angibt. Dieses Ungleichgewicht birgt laut Taapken Risiken für die Unternehmen, denn es gelte, die Digitalisierung in allen Bereichen umzusetzen, auch an der Werkbank oder im Vertrieb.

Führungskräfte sind eher bereit, Freizeit und Geld in Fortbildung zu investieren

Mehr als jeder zweite Studienteilnehmer sieht sich auch selbst in der Verantwortung, was die Weiterbildung zu digitalen Themen betrifft: 61 Prozent würden sich auch in der Freizeit oder im Urlaub die für die neuen Beschäftigungsprofile benötigten Qualifikationen aneignen oder haben dies zum Teil schon getan. Allerdings gibt es auch hier Unterschiede zwischen Mitarbeitern und Führungskräften. Von den Führungskräften sind mehr als drei Viertel (77 Prozent) auch in der Freizeit oder im Urlaub zu Fortbildungen bereit gegenüber etwas mehr als der Hälfte (56 Prozent) der Fachkräfte. Circa zwei Drittel (69 Prozent) der Führungskräfte würden sich finanziell an einer Fortbildungsmaßnahme beteiligen oder haben bereits Geld dafür investiert, während von den Mitarbeitern 44 Prozent dazu bereit sind.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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