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Mitarbeiter fühlen sich für die Zukunft nicht gut aufgestellt

Menschenleerer Seminarraum mit Stühlen
In der Corona-Krise haben viele Unternehmen ihre Weiterbildungsaktivitäten heruntergefahren. Foto: © Photo Passion-stock.adobe.com

Für den Report “The State of Skills 2021” hat Degreed, eine Onlineplattform für die Weiterqualifizierung von Arbeitnehmern, rund 5000 Beschäftigte in acht Ländern befragt. Ziel war es herauszufinden, wie sich die Krise global auf die Mitarbeiterqualifikation auswirkt. Danach sind sich insgesamt fast vier von zehn Befragten (38 Prozent) im Vergleich zu der Zeit vor Corona weniger sicher, ob sie die für ihre Arbeit erforderlichen Skills verfügen. Fast jeder Zweite (46 Prozent) glaubt, dass seine derzeitigen Kenntnisse in spätestens fünf Jahren veraltet sein werden – in Deutschland denken dies sogar 56 Prozent. Hier geht überdies jeder Dritte davon aus, dass sein Arbeitgeber eher dazu neigt, Mitarbeiter zu entlassen, als sie umzuschulen oder in andere Abteilungen zu versetzen.

Krisenbedingte neue Kompetenzanforderungen und zugleich gekürzte Weiterbildungsinvestitionen

Ein Grund dafür, dass sich die Beschäftigten hinsichtlich ihrer Skills nicht gut für die Zukunft gerüstet sehen, sind die verringerten Weiterbildungsaktivitäten der Unternehmen: 46 Prozent der Studienteilnehmer (hierzulande 41 Prozent) geben an, ihr Arbeitgeber habe in den letzten sechs Monaten seine Investitionen in Learning & Development reduziert. Darüber hinaus sind 60 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Krise es erforderlich gemacht hat, neue Kompetenzen zu erwerben.

Gut zwei Drittel der deutschen Arbeitnehmer wollen sich weiterbilden

Der Wunsch, sich beruflich weiterzubilden, ist bei Beschäftigten in Indien, Frankreich und Brasilien am größten. Von den deutschen Studienteilnehmern möchten sich gut zwei Drittel (68 Prozent) weiterbilden, um ihre berufliche Karriere voranzutreiben. Den meisten Bedarf sehen sie in den Bereichen Führungskompetenz, Kommunikations- und Verhandlungskompetenz sowie in weiterführenden Computer- und Programmierkenntnissen.

Unsicherheit hinsichtlich eigener Skills führt zu Stress und weniger Loyalität

Von den Arbeitnehmern, die wenig Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben, empfindet weltweit mehr als die Hälfte (55 Prozent) ihre Arbeit als stressiger. Von den Bundesbürgern geben dies 50 Prozent an. Außerdem sagen länderübergreifend 41 Prozent (in Deutschland 40 Prozent), dass die Erledigung von Aufgaben länger dauert. Gut ein weiteres Fünftel (22 Prozent) stellt fest, dass sich die Qualität der Arbeit verringert hat. Unzureichende Weiterbildungsmöglichkeiten wirken sich auch auf die Mitarbeitermotivation aus: Nahezu jeder zweite hiesige Befragte (46 Prozent) sagt, dass er seinen Arbeitgeber wahrscheinlich verlassen würde, wenn das Unternehmen nicht in die Kompetenzentwicklung seiner Belegschaft investiert.

Zur Studie wird es in Heft 2/2021 der Personalwirtschaft einen Praxistransfer geben.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.