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Mobil lernen können erhöht Akzeptanz und Teilnahmequote

Lernender sitzt am Computer beim Webinar
Bild: anyaberkut/Fotolia.de

Als ein führender Finanzdienstleister mit Sitz in Zürich verfügt die Credit Suisse über eine globale Präsenz mit Niederlassungen in über 50 Ländern und mehr als 46.000 Vollzeitbeschäftigten. Das Unternehmen entschied sich für die Anpassung seiner Governance-Struktur für regulatorische bzw. risikobezogene Schulungen, um sie besser auf die im Oktober 2015 bekannt gegebene Strategie und Unternehmensstruktur abzustimmen.

Das Unternehmen verfügte bereits über ein zuverlässiges Programm für globale, bankweite Schulungsmaßnahmen. Es war auch möglich, individuelle Schulungsprogramme für Gruppen mit weniger als 10.000 Mitarbeitern ohne einen zentralen Genehmigungsprozess zu starten. Dadurch stieg die Anzahl der dezentralisierten E-Learning-Programme von weniger als 10 im Jahr 2011 auf mehr als 90 im Jahr 2015. Im gleichen Zeitraum sank die Anzahl der globalen, obligatorischen E-Learning-Programme von 40 auf etwa 13 in 2015. Im Jahr 2017 wurden nur sieben obligatorische Programme für die ganze Bank ausgerollt.

Um diese Veränderungen und Herausforderungen anzugehen, entschied sich das Learning-Team in Zusammenarbeit mit dem Funktionsbereich Compliance, die Transparenz der obligatorischen E-Learning-Angebote zu erhöhen und gleichzeitig das Anwendererlebnis zu verbessern.
“Wir wussten, dass Änderungen nötig waren, um eine risikobewusste Compliance-Kultur zu entwickeln. Durch das hohe Volumen der E-Learning-Angebote ist eine übermäßige Abhängigkeit von den eher statischen Ressourcen einiger Anbieter von Lerninhalten entstanden. Die Inhalte wiederum waren eher herkömmlich und linear mit Blätterfunktion aufgesetzt. Zudem waren die Lerninhalte nur über Desktopcomputer oder Laptops am Arbeitsplatz zugänglich”, so Markus Simon, globaler Leiter für digitales Lernen bei Credit Suisse.

Governance-Vorstand prüft, was wirklich nötig ist

Um die Anforderungen bezüglich bewährter Governance-Verfahren im Bereich Compliance-Schulungen zu erfüllen, hat Credit Suisse einen zweistufigen Governance-Vorstand gegründet. “Alle Geschäftsbereiche und Funktionen haben einen Vertreter in diesem Vorstand. Dadurch konnte der Wandel bei den Compliance-Schulungen besser vorangetrieben werden. Der Governance-Vorstand prüft und hinterfragt alle Anfragen zu obligatorischen Schulungen vor der Genehmigung. Wenn eine Schulung nicht die beste Methode zur Bereitstellung der neuen Informationen ist, wird sie entfernt”, so Sylvia Thomas, verantwortlich für Policy und Training bei Credit Suisse. Die Mitglieder des Governance-Vorstands prüfen während der Ablaufplanung außerdem den Kursinhalt und stellen sicher, dass er für die Anforderungen der Zielgruppe angemessen ist.

Credit Suisse stieg von einer hochgradig angepassten Vor-Ort-Lösung auf Saba Cloud um. Saba Cloud ist eine cloudbasierte Talentmanagement-Lösung, die zur Mitarbeitersuche, -entwicklung, -bindung und -motivation eingesetzt wird. Ab Januar 2017 stellte das Unternehmen seine ersten sieben bankweiten, obligatorischen Mobile-Learning-Module über Saba bereit. Außerdem wurden 65 kleinere bzw. für bestimmte Abteilungen obligatorische Programme eingeführt. Insgesamt werden 72 Kurse angeboten, und die Mitarbeitenden haben bis heute über 500.000 Schulungsveranstaltungen absolviert.

Das Unternehmen hat zudem das Bereitstellungsmodell verfeinert, um deutlich engmaschigere Kontrollen im Hinblick auf die Teilnehmer und die Zeitplanung zu gewährleisten. Obligatorische Schulungsmodule werden nun für eine definierte Zielgruppe bereitgestellt, sodass unnötige Schulungsstunden für die breitere Belegschaft reduziert werden. Außerdem wurde der vierteljährliche Einführungsprozess vereinheitlicht, sodass Credit Suisse eine einzelne globale Frist für alle Teilnehmer festlegen kann.

Näher am Arbeitsleben, flexiblere Bereitstellung

Das Ergebnis: Die Mitarbeiter müssen jährlich eine Schulung zur Bekämpfung von Finanzkriminalität (Financial Crime Compliance, FCC) absolvieren. In der Vergangenheit umfassten die E-Learning-Kurse zu FCC große Mengen an Text mit minimaler Interaktion für Benutzer. Jetzt beginnt die Schulung mit animierten Inhalten, die das übergeordnete Thema klar verdeutlichen. Eine Pre-Test Funktion berücksichtigt die Vorkenntnisse und Erfahrungen der Teilnehmer. Mitarbeiter, die bereits über detaillierte Kenntnisse über das Thema verfügen, können so die Online-Schulungsmodule schneller bearbeiten. Die lebensnahen Videoinhalte unterstützen eine effektivere Anwendung des Gelernten am Arbeitsplatz.

Zudem stellt das Unternehmen stellt Compliance-Schulungen nun auf einer breiteren Palette von mobilen Geräten bereit und konnte die Verfügbarkeit der Lerninhalte für ihre Mitarbeitenden so erhöhen.

Die Vorteile: Das Compliance-Schulungsprogramm ist deutlich effektiver. Zu den messbaren Verbesserungen gehören:
• 100 Prozent der verwalteten Schulungen werden zentral gesteuert. Vor zwei Jahren waren es nur 14 Prozent, da die überwiegende Mehrheit der Schulungen außerhalb der Governance-Struktur des Unternehmens bereitgestellt wurde.
• Höhere Abschlussquoten bei den Schulungen im neuen Bereitstellungsmodell. Bis heute wurden über 500.000 Schulungsveranstaltungen absolviert.
• Seit Anfang 2017 nutzen auch Führungskräfte mobile Geräte für obligatorische Schulungen, wodurch die Produktivität gesteigert wurde.

“Die Bereitstellung von Informationen zu Compliance-Anforderungen für unsere Mitarbeitenden auf leicht verständliche und effiziente Art und Weise ist für ein effektives Compliance-Programm entscheidend”, so Jim Barkley, globaler Leiter Core Compliance Services bei Credit Suisse.
Die Credit Suisse wird weiterhin passende Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter über verschiedene Geräte erarbeiten und bereitstellen, sodass es noch mehr Möglichkeiten für die Interaktion mit Inhalten gibt, um die Schulungen und Entwicklungen zu unterstützen. In einem nächsten Schritt sollen die Angestellten dazu ermutigt werden, in sozialen Lerngemeinschaften zu interagieren und damit das kontinuierliche Lernen für Einzelpersonen und Teams weiter zu unterstützen.

Von: Christian Förg, General Manager EMEA bei Saba Software, christian.foerg@saba.com