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Ohne Weiterbildung geht es nicht

Die meisten Mitarbeiter betrachten die digitale Transformation nicht mit Abwehr. Fragen und Herausforderungen gibt es trotzdem. 
Foto: © kirill_makarov/Fotolia.de
Die meisten Mitarbeiter betrachten die digitale Transformation nicht mit Abwehr. Fragen und Herausforderungen gibt es trotzdem.
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Eine aktuelle Studie ging der Frage nach, wie Mitarbeiter die Veränderungen im Beruf einschätzen, die durch die Digitalisierung bewirkt werden. Danach stehen die Deutschen dem Einsatz neuer Technologien positiv gegenüber. Sie sind sich jedoch bewusst, dass es dabei auf kontinuierliche Weiterbildung aufkommt. Nicht jeder fühlt sich dabei vom Arbeitgeber unterstützt.

Die Mehrheit der Berufstätigen hierzulande (85 Prozent) geht davon aus, dass mindestens einzelne Aspekte ihrer Arbeit innerhalb der nächsten fünf Jahre automatisiert werden. Dabei sind fast ebenso viele Beschäftigte (84 Prozent) der Ansicht, dass sich der Einsatz von neuen Technologien positiv auf ihre Arbeit auswirken wird. Weltweit sagen 74 Prozent der Arbeitnehmer, dass Technologien wie Roboter, Datenanalytik und künstliche Intelligenz ihnen dabei helfen werden, effizienter zu arbeiten. 73 Prozent denken, dass sie dadurch neue Fähigkeiten erlernen und zwei Drittel (66 Prozent) gehen davon aus, dass die Qualität ihrer Arbeit insgesamt gesteigert wird. Das zeigt die zum Weltwirtschaftsforum in Davos veröffentlichte Studie “Harnessing Revolution: Creating the Future Workforce” von > Accenture Strategy. An der Online-Umfrage zwischen dem 26. November und dem 9. Dezember 2016 nahmen 10 527 Arbeitnehmer in zehn Ländern teil, davon 1058 in Deutschland.

Jeder Zweite sieht die Notwendigkeit zusätzlicher Kompetenzen

Trotz ihrer insgesamt positiven Einstellung der Digitalisierung gegenüber sind sich viele Arbeitnehmer der Notwendigkeit bewusst, dass in der Arbeitswelt von morgen zusätzliche Kompetenzen erforderlich sind, wenn sie von der Automatisierung profitieren wollen. Rund jeder zweite deutsche Befragte (53 Prozent) gab an, das regelmäßige Erlernen neuer Fähigkeiten sei entscheidend, um mit den Veränderungen im Arbeitsalltag Schritt zu halten.

Häufig unzufrieden mit dem Weiterbildungsangebot des Unternehmens

Es herrscht jedoch Unsicherheit: Nicht einmal der Hälfte aller deutschen Arbeitnehmer (47 Prozent) ist heute bereits klar, welche Kompetenzen in ihrem Beruf in fünf Jahren gefragt sein werden. Viele Mitarbeiter sind außerdem unzufrieden mit der Unterstützung ihres Arbeitgebers beim Aufbau neuer Kompetenzen. Knapp ein Drittel der Befragten gab an, im Beruf keine oder nur unzureichende Möglichkeiten zur Weiterbildung zu haben. Lediglich 21 Prozent der Arbeitnehmer schätzen das Weiterbildungsangebot an ihrem Arbeitsplatz als hervorragend ein.

Der digitale Wandel kann nur gelingen, wenn Unternehmen stärker als bisher in den Aufbau neuer Kompetenzen und zusätzlicher Qualifikationen in der Belegschaft investieren. Dabei geht es weniger darum, die Beschäftigten auf neue Berufe umzuschulen, sondern ihnen kontinuierlich die nötigen Kompetenzen für den Umgang mit neuen Technologien zu vermitteln,

sagt Frank Riemensperger, Vorsitzender der Geschäftsführung von Accenture in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nach Ansicht der Studienautoren sollten Unternehmen insbesondere sogenannte weiche Kompetenzen wie Führungsstärke, kritisches Denken, Kreativität und emotionale Intelligenz fördern. Dadurch ließen sich die durch den Einsatz neuer Technologien ausgelösten Veränderungen am Arbeitsmarkt deutlich abfedern. Laut einer Prognose von Accenture würde die Zahl der insgesamt durch Automatisierung und Digitalisierung bedrohten Arbeitsplätze in Deutschland von fünfzehn auf zehn Prozent sinken, wenn relevante Fähigkeiten doppelt so schnell wie heute vermittelt würden.