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Online-Universität ermöglicht Gratis-Studium

Bis Flüchtlinge hier studieren können, haben sie zahlreiche Hürden zu überwinden. Zunächst müssen sie ihre Identität, ausreichende Deutschkenntnisse bei einem grundständigen Bachelorstudiengang, eine anerkannte Hochschulzugangsberechtigung sowie eine vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geprüfte Schutzwürdigkeit nachweisen. Da bestimmte Dokumente aus Kriegs- und Krisengebieten schwer zu besorgen sind oder entsprechende Dokumente oft auch auf der Flucht verloren gegangen sind, kann dies mehrere Jahre dauern.

Start mit tausend Erstsemestern

Die Kiron University ermöglicht es Flüchtlingen, ihr Studium in den ersten zwei Studienjahren online mit englischsprachigen Kursangeboten der namhaften US-Universitäten Harvard, MIT, Stanford oder Yale durchzuführen. Die Angebote sind kostenlos und zunächst standortungebunden. In dieser Zeit können die Studierenden alle notwendigen Papiere besorgen, um dann im dritten Jahr an einer der deutschen Partnerhochschulen ihr Studium vor Ort weiter zu führen. Die Abschlüsse sollen von den akkreditierten Partnerhochschulen vergeben werden. Zum 15. Oktober startet die Kiron University mit tausend Erstsemestern. Das Projekt wird per Crowdfunding finanziert. Andere Sponsoren beteiligen sich an Hard- oder Software. Derzeit, so heißt es, reicht das Geld für 125 Flüchtlinge, die Universität sucht noch weitere Sponsoren.

Bisher drei deutsche Hochschulen als Partner

Aktuell beteiligen sich 15 internationale Hochschulen mit rund 400 Kursen in fünf Studiengängen, darunter Ingenieurwesen, Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Architektur und Cultural Studies. Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen ist eine der Partnerhochschulen. Auch die Hochschule Heilbronn hat ein Memorandum of Understanding mit der Kiron University unterzeichnet. Die Macromedia Hochschule Berlin will sich ebenfalls beteiligen.

Online- und Präsenzphasen sowie Integrationshilfen

Die Studierenden belegen MOOCs (Massive Open Online Courses) bei Plattformen wie edx, coursera, iversity oder openHPI vom Hasso Plattner Institut. Die E-Learning-Kurse können bei Bedarf mit Untertiteln in der jeweiligen Sprache versehen werden. Die Universität legt außerdem Wert auf soziale Inklusion. Durch ein Mentorensystem bekommen Flüchtlinge Kontakt zu Einheimischen, mit denen sie sich beruflich und privat austauschen können. Außerdem gibt es Sprach- und Vorbereitungskurse sowie psychosoziale Beratung. Darüber hinaus sollen die Studierenden durch ein Tutorenkonzept an den Partneruniversitäten dazu befähigt werden, selbst als Lehrkräfte der Kiron University und der Partneruniversitäten tätig zu sein.

Weitere Informationen gibt es > hier.