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Praktikanten in Deutschland weitgehend zufrieden

86 Prozent der Praktikanten sind mit ihrer Stelle und der Arbeit zufrieden. 82 Prozent würden ihren jeweiligen Arbeitgeber weiter empfehlen. Die größten Zufriedenheitstreiber aus Sicht der Arbeitnehmer liegen im erhofften Lerneffekt, der Führung durch gute Vorgesetzte sowie in der Aufgabengestaltung durch den Arbeitgeber.

Fast alle Praktika werden vergütet, doch im Ausland sind die Gehälter höher

Die Zeiten, in denen Praktika gar nicht bezahlt wurden, sind inzwischen vorbei, 95 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse werden vergütet. Praktikanten in Deutschland verdienen im Durchschnitt 763 Euro monatlich. 64 Prozent  finden diese Vergütung angemessen. Dabei läge ein gesetzlicher Mindestlohn für Praktikanten, den es seit Januar 2015 nur unter bestimmten Voraussetzungen gibt, bei einer 40-Stunden-Woche mit 1.400 Euro fast doppelt so hoch. Auch verdienen Praktikanten hierzulande weit weniger als ihre deutschen Kollegen, die ein Praktikum im EU-Ausland absolvieren und dafür 874 Euro bekommen. Außerhalb der EU ist das Gehalt mit durchschnittlich 945 Euro sogar noch höher. Das sind Ergebnisse des aktuellen Clevis Praktikantenspiegels 2015.

Das Baugewerbe zahlt am besten

Am besten vergütet werden Praktikanten im Baugewerbe, sie erhalten 1.015 Euro, gefolgt von Unternehmensberatungen mit 920 Euro und dem Finanzsektor mit 888 Euro. Im regionalen Gehaltsranking für Praktikanten liegen Hamburg, Bremen, Bayern und Baden-Württemberg vorne, während in den neuen Bundesländern nach wie vor schlecht gezahlt wird. Bemerkbar macht sich auch der Studienabschluss: Master-Studenten verdienen in der Regel 816 Euro monatlich, Bachelor-Absolventen lediglich 715 Euro.

Unternehmensberater machen die meisten Überstunden

Deutsche Praktikanten verdienen im internationalen Vergleich nicht nur am wenigsten, sie verbringen auch am wenigsten Zeit am Arbeitsplatz. Das ist ihnen allerdings auch wichtig, denn 94 Prozent möchten Arbeit und Privatleben miteinander vereinbaren. Die Arbeitszeit der Praktikanten in Deutschland liegt bei 37,8 Wochenstunden. In anderen EU-Ländern beträgt sie 39,8 Stunden, außerhalb der EU sogar 40,2 Stunden. Am längsten arbeiten Praktikanten hierzulande in Unternehmensberatungen (43,4 Wochenstunden) sowie in der Hotellerie und Gastronomie (42,9 Stunden). Die kürzeste Arbeitszeit haben Praktikanten mit 36,2 Stunden wöchentlich im Finanzsektor, der bei der Bezahlung zu den ersten drei Berufsfeldern zählt.

Praktikanten sind relativ mobil

Praktikanten sind durchaus offen dafür, aufgrund eines Praktikums den Wohnort zu wechseln. Mehr als die Hälfte der Befragten hat dies bereits getan. Für ein Drittel der Teilnehmer lag die Praktikantenstelle sogar mehr als 200 Kilometer vom aktuellen Wohnort entfernt. Auslandsaufenthalte sind eher während des Studiums als in der Praktikantenzeit beliebt: Lediglich 14 Prozent der deutschen Befragten absolvierten ein Praktikum im Ausland. Die meisten kamen aus den Geisteswissenschaften (24 Prozent) und den Naturwissenschaften (23 Prozent). Am seltensten ins Ausland gehen mit zehn Prozent die Rechts- und mit elf Prozent die Wirtschaftswissenschaftler.

Der Clevis Praktikantenspiegel wird jährlich von der HR-Unternehmensberatung Clevis in Kooperation mit der Spezialisten-Jobbörse Absolventa Jobnet durchgeführt und vom Marketing-Lehrstuhl der Universität Magdeburg unterstützt. An der aktuellen Befragung nahmen von April bis September 2014 mehr als 7.500 Teilnehmer teil. 78 Prozent waren zum Zeitpunkt ihres Praktikums Studenten. Der Rest verteilte sich auf die beiden Kategorien Absolventen und Young Professionals mit etwa zwei Jahren Berufserfahrung. Insgesamt bewerteten die Teilnehmer mehr als 1.160 Arbeitgeber.

Weitere Informationen unter:
www.clevis.de/Praktikantenspiegel_2015/