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Der MBA ist nicht nur digital im Aufwind

Junge Leute werden ihre Abschlusskappen in die Luft
Foto: Stockio.com

Der deutsche Arbeitsmarkt läuft rund. Eine erfreuliche Folge: Die Bereitschaft von Fach- und Führungskräften, in eine MBA-Ausbildung zu investieren, steigt – ebenso die Sponsoring-Budgets der Arbeitgeber. Die Liste der positiven Entwicklungen können die MBA-Programmmanager der Business Schools beim Round Table leicht fortsetzen: Die General-Management-Ausbildung gewinnt an Anerkennung in der deutschen Wirtschaft, in internen und externen Stellenausschreibungen taucht sie inzwischen als Besetzungskriterium auf. Selbst manche Betriebe des Mittelstandes schauen gezielt nach Mitarbeitern mit dieser Zusatzausbildung. Auf der Plus-Seite verbuchen die Anbieter auch, dass der deutsche MBA-Markt noch stärker als in den Jahren zuvor Studierende aus aller Welt anzieht. Neben der positiven Beschäftigungssituation, die für internationale Studierende sehr attraktiv ist, zeigen sich zusätzlich ein Trump- und ein Brexit-Effekt. Es sind diese speziellen wirtschaftspolitischen Konstellationen, die dazu führen, dass sich mehr Bewerber in Richtung Europa bewegen.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Teilnehmer für ein MBA-Fulltime-Programm zu interessieren, gelingt hierzulande immer weniger. Einerseits sind hiesige MBA-Interessierte sehr auf Parttime-Formate fixiert. Andererseits ist gerade der boomende Arbeitsmarkt für das schwache Interesse verantwortlich. Denn sobald ein Arbeitgeber wittert, dass eine Fach- und Führungskraft für den Fulltime-MBA möglichweise zwölf Monate aussteigen möchte, lockt er mit einer Beförderung oder Gehaltserhöhung. Sehr begrüßenswert aus Sicht der Anbieter ist jedoch die zunehmende Entscheidungskompetenz der Bewerber: Interessenten sind immer besser in der Lage, zu unterscheiden, welches Programm für sie das richtige ist und was ein gutes MBA-Studium bieten muss.

Dass sich in einem Studium die Lerninhalte kontinuierlich den wirtschaftlichen Entwicklungen anpassen müssen, erklärt sich von selbst. Doch der digitale Wandel revolutioniert sämtliche Bereiche der Wirtschaft – von Wertschöpfungsprozessen über Geschäftsmodelle bis hin zur Führung. Wie spiegelt sich das in der MBA-Ausbildung? Die Antwort klingt einfach, ist aber nicht trivial: Die Business Schools passen ihre Curricula an und erweitern sie zum Beispiel um Tech-Labs. Oder MBA-Studierende erhalten in Kursen und Workshops das Rüstzeug für die Gründung eines Start-ups. Die Nachfrage danach steigt rasant.

Zwei Trends zeichnen sich bei der Studiendauer des MBA ab: 

  1. Kurz und zügig: Der Fulltime-MBA General Management dauert an deutschen Business Schools in der Regel zwischen 12 und 24 Monaten. Fast die Hälfte der deutschen Fulltime-Programme sind mit 12 Monaten und 60 ECTS-Punkten im internationalen Vergleich relativ kurz.
  2. Flexibel: Während lange Jahre die Studienlänge in den Parttime-Formaten zwischen 18 und 24 Monaten lag, reagieren einzelne Business Schools auf das Bedürfnis der Studierenden nach mehr Flexibilität. Beispielsweise bietet die ESCP Europe nun auch Programme mit 30 und 36 Monaten Dauer an. Auch die TUM School of Management hat einen Parttime-MBA in Modulen aufgesetzt, sodass die Teilnehmer selbst entscheiden können, ob ihr Studium 18 oder auch 36 Monate dauert.

Christiane Siemann ist freie Journalistin und Moderatorin aus Bad Tölz, spezialisiert auf die HR- und Arbeitsmarkt-Themen, die einige Round Table-Gespräche der Personalwirtschaft begleitet.

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