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Dynamische Entwicklung der Business Schools

Student mit Laptop in Kurs
(Foto: Pexels/Startup Stock Photos)

Der Run von ausländischen MBA-Studierenden auf Business Schools mit Standorten in Deutschland hält an – und verstärkt sich. Nicht mehr nur der gute hiesige Arbeitsmarkt steigert das Interesse, sondern auch die politischen Anti-Globalisierungstendenzen. Was sich die meisten Business Schools jedoch wünschen, sind mehr deutsche Teilnehmer in ihren Fulltime-MBA-Programmen. Eine Ursache für die mäßige Nachfrage verorten die Diskussionsteilnehmer unisono in der fehlenden Flexibilität des Fulltime-MBA. Das belegen auch die Zahlen: Die Teilnehmerquoten deutscher Studierender in den Parttime-Programmen, ob EMBA, MBA oder spezialisierte Master-Studiengänge, liegen deutlich  höher – da berufsbegleitende Angebote besser zur Lebensplanung passen.

Parttime ist Trumpf und viele Anbieter der postgraduierten Ausbildung stellen sich darauf ein. Je flexibler und individueller die Programme gestaltet sind, umso mehr werden sie nachgefragt. Dass deutsche Fach- und Führungskräfte das berufsbegleitende Studieren schätzen, zeigen die hohen Teilnehmerzahlen der MBA-Fernstudiengänge. Allerdings unterscheidet sich das Klientel deutlich vom typisch jüngeren MBA-Anwärter. Die Teilnehmer sind berufserfahren und haben oftmals schon Auslandsstationen hinter sich. Daher legen sie Wert auf eine berufsbegleitende Weiterbildung, für die sie bei ihrem jetzigen Arbeitgeber nicht pausieren müssen.

Spezialisierte Master-Programme im Trend

Die Fulltime-Programme der Business Schools laufen immer dann gut, wenn es sich um einen konsekutiven Studiengang, ein Master-in-Management-Programm (MIM) oder einen spezialisierten Master handelt. Der große Vorteil der spezialisierten Masterprogramme liegt im Gegensatz zum Fulltime-MBA in ihrer klaren inhaltlichen Schwerpunktsetzung und der gezielten Vorbereitung auf die Aufgaben in der Arbeitswelt. Gewollter Nebeneffekt: Der Exekutive-MBA sowie die Master-of-Science-Programme sichern letztlich die Wirtschaftlichkeit der Business Schools. Heute sind viele von ihnen Vollanbieter in Sachen Management-Weiterbildung.

Die Best-of-Listen werden jedes Jahr von den Anbietern mit Spannung erwartet. Und auch die potenziellen Kandidaten schauen sehr genau auf den erreichten Rang. Aber letztlich entscheiden sich die Interessenten auf der Basis der Programminhalte, der Alumni-Netzwerke und des Career Services für eine Business School.

Akkreditierungen? Triple Crown? Für viele angehende Studierende sind sie ein Buch mit sieben Siegeln. Doch weil die Beurteilungskriterien der einzelnen Akkreditierer und die Rankings voneinander abweichen, können sich Interessenten relativ sicher sein, dass sie ein sehr gutes Niveau geboten bekommen, wenn ein MBA-Anbieter mehrfach akkreditiert und in allen großen Rankings unter den Top 100 geführt ist.

Digitale Lernangebote

Seit einigen Jahren experimentieren die Business Schools mit digitalen Lernvermittlungsangeboten. Manche Technologie floppt, weil die Studierenden sie nicht annehmen. Nicht nur MOOC wurde verschmäht, auch andere Angebote rufen bei den Nutzern nicht immer Begeisterung hervor. Der Grund: Ob aufgezeichneten oder live-übertragenen Vorlesungen, Videos und Podcasts – sie entsprechen nicht ihren Lerngewohnheiten. Trotzdem liegt die Zukunft zum Teil in virtuellen Angeboten, weil nicht alle Studierenden über die komplette Zeit auf dem Campus anwesend sein wollen.

Problematisch für die Business Schools: Die Investitionskosten für gute digitale Formate sind in der Regel sehr hoch und rechnen sich nur, wenn sie in vielen Programmen zum Einsatz kommen. Daher haben sich mehrere internationale Business Schools zusammengeschlossen und lassen eine Online-Lernplattform entwickeln, die jeder Hochschule individuell die Möglichkeit gibt, ihr Programmportfolio zu digitalisieren.

Leadership in der digitalen Arbeitswelt

Das digitale Arbeitsumfeld erfordert neue Kompetenzen der Führungskräfte. Die MBA-Anbieter sprechen von einer Ergänzung und nicht von einer grundlegenden Veränderung der Leadership-Kompetenzen. Die meisten Anforderungen, die sich aus der Digitalisierung ergeben, sind nicht neu, denn es gab immer schon Transformationsprozesse. Was sich allerdings im Hörsaal kaum abbilden lässt, sind die persönlichen Skills, die in der Arbeitswelt 4.0 gefordert sind. Daher nehmen individuelle Coaching-Angebote an den Business Schools zu, damit angehende Führungskräfte lernen, eine Leadership-Position überzeugend auszufüllen.

Auf die Dynamik der Märkte und die Potenziale der Digitalisierung reagieren die Business Schools mit neuen Inhalten und Methoden. Die postgraduale Ausbildung ist in Bewegung. Personalentwickler sollten sie auf dem Schirm haben, um ihre Mitarbeiter für die Anforderungen von Gegenwart und Zukunft fit zu machen.

Bilderstrecke: Round Table MBA & Co. – Dynamische Entwicklung

Neue Formate, neue Inhalte und neue Methoden: Die MBA-Programme stellen ihre Weiterentwicklungsfähigkeit unter Beweis. Welche Faktoren dabei die wichtigsten Auslöser sind, diskutierten die Vertreter deutscher Business Schools beim Round-Table.

Christiane Siemann ist freie Journalistin und Moderatorin aus Bad Tölz, spezialisiert auf die HR- und Arbeitsmarkt-Themen, die einige Round Table-Gespräche der Personalwirtschaft begleitet.

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